Die Umsetzungsberatung

Diagnose Ihres Veränderungsvorhabens






Neu von Winfried Berner:
"Change!"

15 Fallstudien zu Sanierung, Turnaround, Prozessoptimierung, Reorganisation und Kulturveränderung

Change! - 15 Fallstudien zu Sanierung, Turnaround, Prozessoptimierung, Reorganisation und Kulturveränderung

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Winfried Berner:
"Bleiben oder Gehen"

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Vorerfahrungen: Selbstvertrauen oder Altlasten?

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Auch wenn es Berater und neue Geschäftsführer gerne anders hätten: In Veränderungsprozessen gibt es keine Stunde Null. Jedes Projekt beginnt genau dort, wo die vorausgegangenen aufgehört haben. Je nachdem, ob die Vorerfahrungen gut oder schlecht waren, startet Ihr neues Projekt entweder mit kräftigem Rückenwind oder mit Blei in den Schuhen. Denn ob frühere Projekte erfolgreich abgeschlossen wurden oder ob Sie einige Monate nach ihrem groß inszenierten Auftakt in aller Stille beerdigt wurden, prägt natürlich die Erwartungen aller Beteiligten – sowohl der Belegschaft als auch des Projektteams als auch des Managements.

  • Große Bedeutung der
    Vorgeschichte
  • Deshalb tun Sie im Vorfeld eines Veränderungsvorhabens gut daran, offen zum Thema zu machen, was ohnehin jeder Insider unausgesprochen im Kopf hat:

  • Vorerfahrungen prägen die Erwartungen
  • Welche Vorerfahrungen hat Ihr Unternehmen mit Veränderungen? Waren bisherige Veränderungsvorhaben überwiegend erfolgreich oder sind sie zumeist gescheitert?

    Falls letzteres: Wie sind die letzten Projekte in Ihrem Hause gestorben? Fuhren sie mit großem Knall gegen die Wand oder ließ man sie sanft einschlafen, sodass irgendwann niemand mehr über sie sprach?

     

    Welche Erwartungen verbinden die Mitarbeiter daher vermutlich mit dem neuen Projekt – und wie gedenken Sie, mit diesen Erwartungen umzugehen?

     

    Es gibt Unternehmen, in denen stillschweigend eine absolute und zweifelsfreie Sicherheit herrscht, dass auch das neue Veränderungsvorhaben erfolgreich umgesetzt werden wird (und in denen daher kaum verstanden wird, weshalb man überhaupt über Change Management reden muss). Und es gibt andere, die ähnlich zweifelsfrei davon überzeugt sind, dass aus den Ankündigungen und großspurig verkündeten Neuanfängen ohnehin nichts werden wird. Solche Organisationen reagieren mit einer kaum behebbaren Mischung aus Ablehnung, Depression und Zynismus auf jedes neue Vorhaben, das etwas verändern will.

  • Der "Mutpegel"
    Ihres
    Unternehmens
  • Entsprechend unterschiedlich fallen die Reaktionen auf die Ankündigung eines neuen Veränderungsvorhabens aus:
  • Reaktionen
  • Aufbruchsstimmung ("Also gut, packen wir's an!")
     
    Abwarten ("Mal sehen, was daraus wird!")
     
    Desinteresse, Achselzucken ("Angekündigt wird viel!")
     
    Genervtes Abwinken ("Die schwätzen doch eh bloß!")
     
    Unruhe ("Möglicherweise meinen sie es ja ernst!")
     
    Latente Panik ("Was da wohl wieder für eine Schweinerei dahinter steckt?!")
     

    Fatalismus ("Am Ende läuft sowieso alles auf Personalabbau hinaus!").

     

    Ein äußerst lehrreiches Beispiel habe ich vor Jahren bei einem großen Elektronikkonzern erlebt, als wir vor der Führungsmannschaft einer Sparte für unser Beratungsprojekt warben. Die Reaktion der rund 60 Teilnehmer war äußerst verhalten; ihre wichtigste Frage schien unausgesprochen zu sein: Wie lange dauert es denn noch? Bis sich ein Abteilungsleiter meiner erbarmte und unter dem beifälligen Nicken seiner Kollegen erklärte: "Wissen Sie, Herr Berner, wir verstehen ja, dass Sie hier für dieses Projekt werben müssen. Aber verstehen Sie bitte auch uns: Das hier ist für uns Projekt Nr. 76. Davor war Projekt Nr. 75, und so wie wir unseren Vorstand kennen, wird in Kürze Projekt Nr. 77 folgen. Also, solange Sie uns nicht davon überzeugen, dass dies Projekt Nr. 1 ist, haben Sie bitte Verständnis, dass wir hier keinen großen Enthusiasmus entwickeln!"

  • Fallbeispiel
  • Dies war eine extrem wertvolle Aussage, weil sie der diffusen und kaum interpretierbaren Passivität Sprache verlieh (auch wenn es nicht ganz einfach war, darauf eine gute Antwort zu geben). Deutlicher kann man nicht ausdrücken, dass man aufgrund der Vorerfahrungen keinerlei Hoffnung mit neuen Projekten verbindet. Damit war das dumpfe, resignierte Klima der Versammlung verständlich.

  • Resignierte
    Unternehmen
  • Veränderungsbereitschaft und Veränderungsfähigkeit

     

    All diese Überlegungen münden am Ende in zwei Schlüsselfragen: die nach der Veränderungsbereitschaft und die nach der Veränderungsfähigkeit Ihres Unternehmens.

  • Zwei Paar Stiefel
  • Obwohl das zwei grundverschiedene Dinge sind, sind sie in der Praxis gar nicht so leicht zu unterscheiden. Denn mangelnde Veränderungsfähigkeit geht sehr häufig mit geringer Veränderungsbereitschaft einher: Eine Organisation, die weiß oder ahnt, dass sie große Probleme damit haben wird, Veränderungen zu bewältigen, neigt dazu, die Notwendigkeit von Veränderungen zu ignorieren oder zu leugnen. Sie wird die Probleme erst dann zur Kenntnis nehmen, wenn sie unabweisbar und brennend geworden sind. Dann jedoch werden sie unversehens zur Krise: Die Führungskräfte und Mitarbeiter erstarren vor Angst, weil sie eine Katastrophe kommen sehen und sich ihr gegenüber komplett hilflos fühlen.

  • Verwechslungs- gefahr
  • Die Unterscheidung ist wichtig, weil die Handlungskonsequenzen völlig unterschiedlich sind. Solange (nur) die Veränderungsbereitschaft gering ist, haben Sie vor allem ein Kommunikationsproblem: Ihre Führungskräfte und Mitarbeiter werden erst dann bereits sein, die Veränderungen mitzutragen, wenn Sie sie davon überzeugt haben, dass tatsächlich dringender Handlungsbedarf besteht. Wie Sie das erreichen können, lesen Sie im Abschnitt Handlungsdruck: "Establishing A Sense of Urgency" – aber wie?

  • Geringe
    Veränderungs-
    bereitschaft
  • Wenn das Problem hingegen in mangelnder Veränderungsfähigkeit liegt, nützt Ihnen die beste Kommunikation nichts – dann bleiben Ihnen im Grunde nur zwei Möglichkeiten: Entweder Sie suchen die Unterstützung externer Berater, und/oder Sie bauen die Veränderungsfähigkeit Schritt für Schritt auf, indem Sie mit kleineren Projekten beginnen, für deren erfolgreichen Verlauf sorgen, und sich dann allmählich größeren Vorhaben zuwenden. Falls Sie dafür genügend Zeit haben.

  • Mangelnde
    Veränderungs-
    fähigkeit
  • Falls Sie den internen Weg gehen wollen, bauen Sie am besten eine kleine interne Elitegruppe auf, die Sie mit besonderen Aufgaben betrauen und ihnen dafür die besondere Aufmerksamkeit und Rückendeckung der Geschäftsleitung zu sichern. Von entscheidender Bedeutung ist dabei, dass die ersten Projekte erfolgreich verlaufen. Denn bei einem Misserfolg wird nicht nur Ihre Elite, sondern das ganze Unternehmen noch mutloser werden als es ohnehin schon ist. Deshalb wählen Sie die Aufgabe so, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit innerhalb weniger Monate erfolgreich zu bewältigen ist, und geben dem Projektteam bei Bedarf Rückendeckung, fordern ihm aber auch gute Leistungen und hohen Einsatz ab!

  • Interne Elite
    aufbauen
  •  
       

    Diagnose, Teil 1: Quantitative Bestimmung des Veränderungsbedarfs

    Diagnose, Teil 2: Qualitative Bestimmung des Veränderungsbedarfs

    Diagnose, Teil 3: Vorerfahrungen / Veränderungsbereitschaft und Veränderungsfähigkeit

    Diagnose, Teil 4: Typologie von Veränderungsprozessen

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