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Neu von Winfried Berner:
"Change!" 15 Fallstudien zu Sanierung, Turnaround, Prozessoptimierung, Reorganisation und Kulturveränderung
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Winfried Berner:
"Bleiben oder Gehen"
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Gruppenarbeit bei Workshops und Veranstaltungen: Praktische
Tipps für die erfolgreiche Organisation
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Was falsch verstanden werden kann, wird falsch verstanden so lautet
ist Murphys Law für Arbeitsgruppen. Zwar werden mündliche Instruktionen
selten von allen Gruppen missverstanden, aber fast immer von einigen.
Neben den Instruktionen sind vor allem das Zeit-Management und das
Vorgehen beim Auswerten der Berichte im Plenum kritisch.
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Was falsch verstanden werden kann ...
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Viele Teilnehmer stellen sich erst im Gruppenraum die Frage, was
eigentlich Ihre Aufgabenstellung ist. Wenn sie Glück haben, ist
mindestens einer da, der besser aufgepasst hat. (Häufig übrigens
Frauen.) Wenn nicht, versucht die Gruppe als erstes, aus den gemeinsamen
Erinnerungsbruchstücken die Aufgabenstellung zu rekonstruieren –
und einigt sich am Ende darauf, was sie gemeinsam dafür halten wollen.
Ähnlichkeiten mit der realen Aufgabenstellung sind beabsichtigt,
aber nicht unbedingt gewährleistet.
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"Was war noch mal
die Aufgabe?"
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Klare Aufgaben und Strukturen |
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Falls Sie daran interessiert sind, Ihre
Aufgabenstellung später in den Arbeitsergebnissen wiedererkennen zu können, verteilen Sie die Aufgabenstellung
schriftlich. Am besten in Form von klaren, einfach formulierten
Fragen ohne Verneinungen, die Sie mehreren durchschnittlich begabten
Personen zur Verständlichkeitsprüfung vorgelegt haben. Ernsthaft:
Das Problem ist, dass Fragen, die Ihnen selbst glasklar und einleuchtend
erscheinen, für Menschen, die Ihre Hintergrundinformationen nicht
haben und/oder anders denken als Sie, schwer verständlich sein und
originelle Missverständnisse auslösen können.
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Klare Instruktionen – schriftlich!
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Geben Sie den Arbeitsgruppen nicht zu viel Zeit für ihre Themen!
Auch hier gilt Parkinsons Gesetz: "Arbeit dehnt sich aus, bis sie
die zu Verfügung stehende Zeit ausgefüllt hat." Ob eine Gruppe eine
Stunde, anderthalb oder zwei Stunden Zeit hat, ändert an Umfang
und Qualität der Ergebnisse in der Regel wenig – im Bewusstsein,
zwei Stunden Zeit zu haben, fängt man schon sehr viel behäbiger
an. Im Zweifelsfall ist es besser, einige Gruppen beschweren sich
hinterher, dass nicht genügend Zeit war (im Sozialbereich tun sie
das sowieso), als dass einige, die sich die Sache leicht machen,
behaupten, vorzeitig fertig zu sein, und alle übrigen nerven.
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Nicht zu viel Zeit
geben!
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Wenn die Aufgabenstellung so umfangreich ist, dass sie in einer
Stunde nicht zu schaffen ist, prüfen Sie, ob Sie sie auf zwei Schritte
aufteilen können. Zwei aufeinander aufbauende Arbeitsgruppen sind
in der Regel sehr viel ergiebiger als eine von doppelter Länge.
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Berichterstattung im Plenum: Alternativen zum Erdulden |
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Eine Arbeitsgruppe macht nur Sinn, wenn die Ergebnisse auch berichtet
und zur Kenntnis genommen werden. Wenn aber fünf oder noch mehr
Arbeitsgruppen hinter einander ihre Antworten auf die immer gleichen
Fragen vorstellen, ist dies mehr, als ein Mensch ertragen kann.
Versuchen Sie, damit die Gruppenberichte nicht zur Tortur werden,
mit maximal vier parallelen Arbeitsgruppen auszukommen, selbst wenn
dann die Gruppen etwas (zu) groß werden. Aber die Alternative zu
vier Gruppen zu je 15 Personen ist sechs Gruppen zu 10 (oder acht
Gruppen zu 7 - 8), und das lässt sich im Plenum nicht mehr vernünftig
auswerten.
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Nicht zu viele Arbeitsgruppen!
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Schon bei vier Gruppen werden die Plenumsberichte langweilig, wenn
jede ihre Antworten auf die gleichen Fragen von A bis Z vorstellt.
Die letzten Gruppen werden dann üblicherweise mehr ertragen als
gewürdigt; selbst der abschließende Beifall ist eher ein Zeichen
von Erleichterung als von Zustimmung. Eine gute Alternative ist
ein Vorgehen in der Reihenfolge der Fragen. Das heißt, Sie beginnen
mit der ersten Frage und holen hierzu reihum die Stellungnahmen
aller Gruppen ein, gehen dann weiter zur zweiten, usw. Damit alle
Gruppen gleichermaßen zur Geltung kommen, beginnen Sie nicht immer
mit der gleichen Arbeitsgruppe, sondern rufen zu jeder Frage eine
andere auf.
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Alternative Plenums-
berichte
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Falls Sie bei einer sehr großen Veranstaltung dennoch deutlich
mehr als vier Arbeitsgruppen machen müssen, dann gehen Sie am besten
den umgekehrten Weg: Bitten Sie die Teilnehmer, sich auf Fünfer-
oder Sechser-Gruppen aufzuteilen. Ob das dann 10, 20 oder 50 sind,
spielt keine Rolle. Der Plenumsbericht läuft dann nicht mehr von
Gruppe zu Gruppe, weil Sie sonst spätestens nach der achten Gruppe
gelyncht werden.
Erläutern Sie statt dessen, dass Sie die wichtigsten Ergebnisse in Form einer moderierten Diskussion zusammen tragen wollen, und fragen Sie dann einfach ins Plenum, was die wichtigsten Aussagen zu Frage 1 sind. Sobald eine Gruppe ihr Statement abgegeben hat, fragen Sie, welche Gruppen zu ähnlichen Aussagen gekommen sind. Zählen Sie entweder (bei sehr vielen Gruppen) nur die Zahl der Meldungen, oder lassen Sie noch ein oder zwei Statements zu. Fragen Sie dann, ob es Gruppen gibt, die ganz andere Antworten gefunden haben, und lassen Sie diese kurz erläutern. Fragen Sie dann, ob noch jemand etwas ergänzen möchte, und gehen dann zügig zur nächsten Frage weiter. Ein Co-Moderator kann das Ganze auf Flipchart oder Projektor dokumentieren. |
In Großgruppen Zusammen-
fassung über moderierte Diskussion
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Straffe, aber realistische Strukturen |
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Wenn Gruppen mit ihrer Arbeit nicht fertig geworden sind, kann
man es sich in kleineren Veranstaltungen leisten, noch mal zehn
Minuten oder eine Viertelstunde zuzugeben. In Großgruppen entsteht
bei so viel Flexibilität schnell Chaos, und Sie riskieren, völlig
aus dem Zeitplan zu fliegen. Machen Sie daher allen Gruppen bei
einem kurzen Besuch zehn Minuten vor Ablauf der gesetzten Zeit deutlich,
dass es keine "Verlängerung" gibt!
Lassen Sie nicht 30 Leute auf eine überziehende Arbeitsgruppe warten, sondern beginnen Sie mit den Plenumsberichten, sobald die festgelegte Zeit erreicht und die Mehrzahl der Teilnehmer anwesend ist – nicht aus "erzieherischen Gründen", sondern weil sonst die einen ihr Handy einschalten, andere nach draußen gehen und die dritten sich zu einer Besprechung zurückziehen. Worauf die verspätete Gruppe nach ihrem Eintreffen erst mal Kaffeepause macht und dann ebenfalls die Handys einschaltet. Mit der Folge, dass aus zehn Minuten Überziehen leicht eine Verspätung von einer halben Stunde wird, bei gleichzeitig wachsender Unzufriedenheit der Teilnehmer. (Very German, I know – doch meine Erfahrung ist, dass es auch von Südeuropäern und Südamerikanern geschätzt wird, wenn eine Veranstaltung gut organisiert abläuft.) |
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Je größer die Gruppe,
desto enger am Zeitplan!
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Einen Zeitplan kann man nur einhalten, wenn er halbwegs realistisch
ist. Häufig werden die Zeitvorgaben für die Gruppenarbeit zu großzügig
und die Zeiten für Berichte und Diskussionen im Plenum zu knapp
angesetzt. Gehen Sie als Faustregel davon aus, dass jeder Gruppenbericht
im Plenum etwa eine Viertelstunde in Anspruch nimmt – bei emotionsbesetzten
Themen mehr, bei Inhalten, die einfach zur Kenntnis genommen und
abgenickt werden, weniger. Und vergessen Sie nicht die Übergangszeiten,
die um so mehr zu Buche schlagen, je größer die Gruppe ist (siehe
nächster Absatz).
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Realistische Zeitplanung!
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Wenn Sie einer Gruppe von 30 Personen eine Kaffeepause von 10 Minuten
geben, wird höchstens die Hälfte Kaffee (oder sonst etwas) bekommen.
Denn bevor sich das ganze Rudel unter zahlreichen Randgesprächen
durch den einzigen Ausgang gezwängt hat, ist die Pause eigentlich
schon vorbei. Noch zeitraubender ist es, wenn Sie in Gruppenräume
wechseln, die sich in unterschiedlichen Etagen oder Gebäudeteilen
befinden. Bis die letzte Gruppe ihren Raum gefunden hat und die
Arbeit aufnimmt, sind 10 - 15 Minuten locker vorbei.
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Je größer die Gruppe,
desto behäbiger die Übergänge
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Kräftig verschätzen kann man sich auch mit Mahlzeiten. Wenn eine
mittelgroße Gruppe in einer Stunde und bei guter Organisation auch
in 40 Minuten zu Mittag gegessen haben kann, braucht man es bei
einer großen unter anderthalb Stunden gar nicht versuchen. Wenn
dann noch eine Parallelveranstaltung das Büffet blockiert oder Küche
und Service nicht in die Gänge kommen, können auch zwei Stunden
knapp werden.
Checken Sie deshalb schon bei der Planung einer Veranstaltung, ob noch andere Veranstaltungen im Hause stattfinden und wenn ja, wann sie planmäßig Pause machen. Legen Sie Ihre Essenspausen dann vor die der anderen Veranstaltungen – neben den geringeren Wartezeiten profitieren Ihre Teilnehmer dann auch von dem noch nicht kahlgefressenen Büffet. Und lassen Sie sich von früheren Veranstaltungen berichten, ob das Timing geklappt hat, und vereinbaren Sie bei Großveranstaltungen notfalls eine Vertragsstrafe. |
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Mahlzeiten als Zeitplan-Killer
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© 2001 Winfried Berner – vollständige oder auszugsweise Wiedergabe, gleich in welcher Form, honorarpflichtig und nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung / Zitate im üblichen Umfang mit Quellenangabe gemäß wiss. Zitationsregeln zulässig. Näheres siehe Nutzungsbedingungen.
Verwandte Themen:
Workshops
Arbeitsgruppen
Moderation

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