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Neu von Winfried Berner:
"Change!" 15 Fallstudien zu Sanierung, Turnaround, Prozessoptimierung, Reorganisation und Kulturveränderung
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Winfried Berner:
"Bleiben oder Gehen"
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Kommunikations-Erfolgskontrolle: Wie viel ist bei den Mitarbeitern
angekommen?
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Immer dann, wenn für den Erfolg eines Projekts gute
Kommunikation wichtig ist, steht man früher oder später
vor der Frage: Wie viel von all dem, was kommuniziert worden
ist, ist eigentlich bei den Mitarbeitern angekommen? Besonders
dann, wenn ein guter Teil der Kommunikation über die
Linie läuft (oder laufen sollte), schwankt man oftmals
zwischen Hoffen und Bangen. Statt sich auf das Prinzip Hoffnung
zu verlassen, können Sie den Kommunikationserfolg auch
überprüfen.
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- Haben wir die Adressaten erreicht?
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Am einfachsten ist es, hierfür eine telefonische Befragung
zu organisieren. Sie kann sowohl durch Mitglieder des Projektteams
als auch durch die beteiligten Berater als auch durch eine
externe Agentur durchgeführt werden. (Eine schriftliche
Befragung ist weniger sinnvoll, weil darauf in der Regel nur
ein Teil der Mitarbeiter antwortet und die Ergebnisse deshalb
schwer zu interpretieren sind.) Damit Sie vergleichbare Ergebnisse
erhalten, ist es ratsam, einen einheitlichen (kurzen!) Fragebogen
zu verwenden. Da die Befragungsdauer 10 Minuten nicht wesentlich
überschreiten sollte, haben Sie Zeit für 5 bis maximal
7 Fragen.
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Kontrolle der Kommunikationsqualität
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Wichtig ist, den Befragten schon zu Beginn des Gesprächs
deutlich zu machen, dass nicht sie geprüft werden, sondern
der bisherige Kommunikationserfolg des Projekts. Eigentlich
wären für diesen Zweck Wissensfragen ("Welche
Ziele verfolgt das Projekt?") ideal. Da Wissensfragen
jedoch leicht eine Prüfungssituation entstehen lassen,
empfiehlt es sich, Wissensfragen mit Bewertungsfragen ("Was
halten Sie von...") zu mischen. Oft ist es möglich,
Bewertungsfragen so zu formulieren, dass Sie aus den Antworten
zugleich erfahren, wie viel die Mitarbeiter über das
Thema wissen ("Wie denken Sie über die Ziele / die
konkrete Vorgehensweise des Projekts?").
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- Bewertungs- statt Wissensfragen
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Natürlich kontrollieren Sie mit einer solchen Befragung
nicht nur Ihren eigenen Kommunikationserfolg, sondern auch
die Kommunikationsqualität Ihrer Führungsmannschaft.
Aus den Unterschieden zwischen den einzelnen Bereichen wird
erkennbar, wie intensiv und mit welchem Zungenschlag die oberen
und mittleren Manager die Ziele und Ergebnisse des Projekts
kommuniziert haben. Denn nicht nur, wie viel die Mitarbeiter
wissen, sondern auch, wie sie es bewerten, ist stark beeinflusst
davon, wie ihnen die Dinge von ihren Vorgesetzten vermittelt
wurden.
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- Qualität der Kommunikation
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| Dass eine solche Kontrolle stattfindet, wird nicht jedermann
gefallen. Unter Umständen werden sich auch Widerstände
dagegen regen; zumindest wird man Sie gekränkt und vorwurfsvoll
fragen, womit man sich dieses Misstrauen denn verdient hätte.
Um so wichtiger ist, mit sich selbst im Reinen zu sein sich. Das heißt vor allem, sich
klar zu machen, dass an einer solchen Kontrolle nichts Unanständiges
ist. Dass es vielmehr beste Management-Praxis ist, für
alle Dinge, die für den Erfolg des Unternehmens wirklich
wichtig sind, ein Messsystem einzurichten. Die Kontrolle des
Kommunikationserfolgs ist ebenso wenig ein Zeichen von Misstrauen
wie die Kontrolle von Budgets und Zielvereinbarungen. (Oder genauso viel.)
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Einen angenehmen Nebeneffekt hat eine solche Diskussion in
jedem Fall: Nach unserer Erfahrung führt bereits das
ernsthafte Nachdenken über eine Kommunikations-Erfolgskontrolle
zu deutlichen Verbesserungen im innerbetrieblichen Informationsfluss.
Denn es unterstreicht, welche Bedeutung Sie der Angelegenheit
beimessen.
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- Kurzfristige Verbesserung
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Auswertung und Interpretation
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Wenn Sie eine vergleichende Auswertung nach Bereichen vornehmen
wollen, ist allerdings wichtig, dass sie pro Bereich eine
ausreichend große Stichprobe, d.h. wenigstens 8
10 Personen befragen. Denn bei einer kleineren Zahl von Befragten
führen bereits einzelne Ausreißer zu starken Verzerrungen.
So macht bei 5 Befragten jeder einzelne 20 Prozent des Ergebnisses
aus.
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Die einfachste Methode für die Präsentation der Ergebnisse ist, sie einfach in ein Organigramm einzutragen: Auf diese Weise erkennt man auf einen Blick, in welchen Bereichen welcher Grad an Durchdringung erreicht ist. Bei der Interpretation muss man sich freilich vor Schnellschüssen
hüten: Wenn beispielsweise in dem 15-köpfigen Bereich
Marketing / PR prozentual eine höhere Durchdringung festgestellt
wird als in der 700-köpfigen Produktion, ist dies kein
Beweis für mangelnde Unterstützung der Werksleitung,
sondern eine Banalität. Aussagekräftiger ist ein
Vergleich der Abstände: Wie groß ist der Abstand
zwischen der Produktion und anderen Bereichen / Abteilungen?
Ist dies bei Berücksichtigung von Größe, Ausbildungsstand
und bisher durchgeführten Maßnahmen plausibel oder
sind die Abstände zu groß?
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Insgesamt ist die Interpretation der Ergebnisse nicht ganz
einfach. Ob zum Beispiel ein durchschnittlicher Durchdringungsgrad
von 40 Prozent ein ordentliches oder ein katastrophales Ergebnis
ist, lässt sich nicht aus der Zahl selbst ersehen, sondern
nur aus deren Vergleich mit den Kommunikationszielen: Welcher
Durchdringungsgrad ist für den Projekterfolg erforderlich?
Welcher Stand der Dinge sollte oder müsste zum jetzigen
Zeitpunkt erreicht sein? Möglicherweise stehen Sie unversehens vor der Notwendigkeit,
Ihre Kommunikationsziele zu präzisieren. Dies ist jedoch
kein Nachteil, sondern eher ein zusätzlicher Nutzen einer
Kommunikations-Erfolgskontrolle. Denn es zwingt zu Klarheit
und Präzisierung, und das ist immer der erste Schritt
zu einer erfolgreichen Veränderung.
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Der große Vorteil dieses Instrumentes ist, dass Sie
hinterher wissen, wo Sie stehen. Selbst wenn das desillusionierend
sein sollte vielleicht sogargerade dann , ist es eine wertvolle
Orientierungsgröße für das weitere Vorgehen.
Denn Change Management-Projekten kann kaum etwas Schlimmeres
passieren als dass sie sich von der betrieblichen Wirklichkeit
ablösen. Wenn Sie keine Daten über Ihren Kommunikationserfolg
haben, stellen Sie bloß irgendwann verärgert und
ratlos fest, dass sich das Verhalten Ihrer Mitarbeiter trotz
Ihres Programms zur Verbesserung der Kundenorientierung kaum
verändert hat. Möglicherweise denken Sie dann über
drastische Maßnahmen nach, um dies zu verändern.
Wenn Sie die Daten hätten, wüssten Sie, dass zwar
die meisten Mitarbeiter schon von diesem Programm gehört
haben, dass es aber an der Umsetzung hakt, weil bislang die
wenigsten Vorgesetzten mit ihren Mitarbeitern über konkrete
Konsequenzen im eigenen Arbeitsbereich nachgedacht haben.
Sanktionen helfen da wenig: Was not tut, ist der nächste
Konkretisierungsschritt und vermutlich der Aufbau eines
Mess- bzw. Controlling-Systems.
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© 2001 Winfried Berner - vollständige oder auszugsweise Wiedergabe, gleich in welcher Form, honorarpflichtig und nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung / Zitate im üblichen Umfang mit Quellenangabe gemäß wiss. Zitationsregeln zulässig. Näheres siehe Nutzungsbedingungen.
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