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Neu von Winfried Berner:
"Change!" 15 Fallstudien zu Sanierung, Turnaround, Prozessoptimierung, Reorganisation und Kulturveränderung
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Winfried Berner:
"Bleiben oder Gehen"
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Projektarbeit: Nichts ist überzeugender als das eigene Handeln
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Projektarbeit ist nicht nur die gebräuchlichste Methode,
Veränderung voranzubringen sie ist auch eine Überzeugungsstrategie
im Change Management: Wie die sozialpsychologische Forschung
überzeugend nachgewiesen hat, gibt es kaum eine wirksamere
Methode, Menschen zu überzeugen, als ihnen eine aktive
Rolle bei der Überzeugung anderer anzuvertrauen. (Wobei
es scheint, das die katholische Kirche dies schon lange vor
den Psychologen herausgefunden hat.)
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Bei der Projektarbeit kommt hinzu, dass die Mitwirkung nicht
darauf beschränkt ist, vorgegebene Inhalte zu reproduzieren
und zu verteidigen, sondern dass die Teammitglieder aktiv
an der Ausgestaltung der Lösungen und deren Umsetzung
mitwirken. Sofern die Teams wirklich Gestaltungsfreiraum haben
und nicht nur innerhalb eines engen Korridors von Vorgaben
Maßnahmenpakete abarbeiten, fördert dies die
Identifikation zusätzlich. |
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Dieser Überzeugungswirkung von Projekten sollten Sie
sich bewusst sein, wenn Sie Projektteams zusammenstellen.
Spontan neigen viele Entscheider dazu, für Projektteams
solche Mitarbeiter auszuwählen, die ihnen besonders innovativ,
veränderungsfreudig und ungeduldig erscheinen. Auf diese
Weise kommen in der Tat Projektteams zusammen, die vor Tatendurst
und Erneuerungswillen bersten aber um den Preis eines
vorhersagbaren Konflikts mit den "konservativen Kräften" in der Linie. Sie entwickeln oft in Windeseile hochfliegende
Ideen und weitreichende Konzepte, treffen aber an der Schwelle
zur Umsetzung auf den geballte Widerstand der übergangenen "Konservativen". Und die tun dann
alles, um zu beweisen, dass die gemachten Vorschläge
unsinnig, unrealistisch und das sichere Verderben für
das Unternehmen wären.
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Wir haben statt dessen gute Erfahrungen damit gemacht, bewusst
heterogene Projektteams zusammenzustellen und möglichst
auch Meinungsführer des "konservativen Lagers"
und der wichtigsten internen Interessengruppen einzubeziehen.
Das verlagert die Konflikte zwar in die Teams und erschwert
und verlangsamt dadurch unter Umständen deren Vorankommen. Doch nimmt den Konflikten
viel von ihrer Schärfe, weil es, statt in einen Show-down
zu münden, das Ringen um die beste Lösung fördert.
Der Streit wird dann nicht um fertige Lösungskonzepte
geführt, sondern fließt in deren Entstehung ein,
mit der Folge, dass viele kritische Argumente von vornherein
beachtet und angemessen berücksichtigt werden.
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Infolgedessen läuft auch der Schritt in die Umsetzung
sehr viel reibungsloser: Die Mitarbeiter sehen, dass ihre
Sichtweisen und Bedenken und der Projektarbeit beachtet wurden.
Und die beteiligten Meinungsführer stellen sich hinter
die gefundenen Lösungen, statt nach ihren Schwachpunkten
zu suchen und sie voller Wut anzugreifen.
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| Damit wir uns richtig verstehen: Die Einbeziehung kritischer Sichtweisen in die Projektteams ist kein Trick, um mögliche Widerstände zu übertölpeln, sondern eine andere Strategie der Veränderung. Sie führt zu "bodenständigeren" Lösungen, die auch deshalb weniger Widerstände auslösen, weil sie weniger radikal sind: weniger Revolution, mehr Evolution. Das kann man loben, aber auch kritisieren je nach eigener Grundeinstellung und akut bestehendem Handlungsdruck. Doch meistens ist eine pragmatische Lösung, die dann auch implementiert wird, für das Unternehmen mehr wert als eine hochkreative, deren Umsetzung scheitert. |
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| Deshalb ist bei heterogen zusammengesetzten Projektteams besonders
wichtig, dass sie einen klaren Auftrag erhalten. Gerade heterogenen
Teams muss zudem der bestehende Handlungsdruck gut kommuniziert
werden. Wenn er für alle Beteiligten klar und nachvollziehbar
ist, muss man sich auch keine großen Sorgen mehr über
"Bremser" und "Quertreiber" machen; dann
entstehen auch auf diesem Weg Lösungen, die dem bestehenden
Handlungsbedarf gerecht werden und dazu den Vorteil
haben, dass sie erstens umsetzbar sind und zweitens tatsächlich
umgesetzt werden.
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