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Werkszeitung: Breite Streuung, enge Wirkung
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Es gibt Spötter, die die Veröffentlichung von
Nachrichten in der Werkszeitung als eine der effektivsten
Formen von Geheimhaltung bezeichnen. Das ist nicht ganz fair,
schließlich gibt es auch noch Rundschreiben,
Qualitätshandbücher und das Schwarze
Brett. Und die Werkszeitung wird von vielen Mitarbeitern,
wenn schon nicht gelesen, so doch zumindest durchgeblättert.
Nicht, weil man sich sensationelle Enthüllungen verspricht,
sondern weil man sehen will, ob etwas über den eigenen
Bereich oder über Bekannte drin steht.
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Das Problem von Werkszeitungen ist ihre Glaubwürdigkeit.
Sie ist in den meisten Unternehmen nicht viel höher als die des "Neuen
Deutschland" ein Jahr vor der Wende. Das liegt daran,
dass es sich in beiden Fällen es sich um "gelenkte
Presse" handelt(e). Schon wegen der Fürsorgepflicht
des Arbeitgebers kann sie schlecht Enthüllungsstories
über betriebliche Mängel und Versäumnisse bringen
gescheige denn über Management-Fehler, Dauerkonflikte
und andere Missstände. Denn die sind ja immer mit Personen
verbunden.
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- Problem der Glaubwürdigkeit
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Mit diesem Handicap muss man leben, wenn man sich der Werkszeitung
bedient. Unter Umständigen können Sie die Glaubwürdigkeit
des Berichts über Ihr Change Management-Projekt durch
die "Kronzeugen-Methode" anheben: durch Kurzinterviews
mit Mitarbeitern (wie es viele Tageszeitungen machen), durch
ein Interview mit dem Betriebsratsvorsitzenden, durch eine
Fotoserie von realen Umsetzungsbaustellen, usw.
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Je kürzer, prägnanter und bildhafter Ihr Artikel,
desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre
Inhalte nicht nur gedruckt, sondern auch gelesen und registriert
werden. Verzichten Sie deshalb auf lange und umständliche
Abhandlungen und zwingen Sie sich selbst oder Ihre Autoren,
schnell auf den Punkt zu kommen. Wenn Sie nicht wirklich gute
Schreiber im Team haben, ist es ratsam, sich in der Presseabteilung
oder bei einer Kommunikations-Agentur journalistische Beratung
zu suchen. Sie werden sich mit der Schreiberei nicht nur deshalb
leichter tun, weil das ihr Spezialgebiet ist, sondern auch,
weil sie den Vorteil des Außenstehenden mitbringen,
also besser beurteilen können, was für einen Nicht-Insider
interessant, verständlich und wissenswert ist.
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- Kürze, Prägnanz, Bildhaftigkeit
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Doch für den Leseerfolg ist nicht nur die Textgestaltung
entscheidend, sondern auch die Platzierung. Vier Positionen
sind besonders attraktiv:
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Die Titelseite (natürlich)
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die Seite 3
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die Doppelseite in der Mitte des Heft
oder der Zeitung
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Mindestens eine, besser zwei dieser Positionen (ideal: Seite
1 plus Doppelseite in der Mitte) sollten Sie versuchen zu
erobern, notfalls mit Unterstützung des Projekt-Paten
(falls Ihr Projekt eine so große Bedeutung für
das gesamte Unternehmen hat). Und dies nicht nur einmal, sondern
möglichst für drei bis vier Termine. Denn nichts
ist älter als die Zeitung von gestern nur Liebhaber
und Betroffene bewahren Zeitungsausschnitte auf und überschätzen
dabei maßlos die Tiefe der Spuren, die "ihr" Artikel
im Bewusstsein der Weltöffentlichkeit hinterlassen hat.
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© 2001 Winfried Berner - vollständige oder auszugsweise Wiedergabe, gleich in welcher Form, honorarpflichtig und nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung / Zitate im üblichen Umfang mit Quellenangabe gemäß wiss. Zitationsregeln zulässig. Näheres siehe Nutzungsbedingungen.
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