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Auftraggeber: Kein "unbekanntes Wesen" akzeptieren
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Eine Auftragsklärung beginnt mit der
Klarheit, wer eigentlich der Auftraggeber ist. In manchen Fällen
ist das offensichtlich und bedarf keiner weiteren Betrachtung. Schwieriger
ist es dort, wo ein Gremium den Auftrag erteilt, gleich ob es "der Vorstand" selbst ist oder irgendeine andere Instanz. Besonders krisenanfällig
sind Konstellationen, wo kaum noch zu identifizieren
ist, wer eigentlich der Auftraggeber ist. Denn dann gibt es viele unterschiedliche Erwartungen, aber
niemanden im Top Management, der sich wirklich verantwortlich fühlt.
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Unklarheit bringt Probleme
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Solch diffuse Situationen können zustande kommen, wenn ein Projekt
aus einen längeren Diskussionsprozess entstanden ist. Beispielsweise
kam die Idee zu dem Projekt von einem Unternehmensbereich; die Geschäftsleitung hat ihm mit einigen Änderungen zugestimmt; schließlich wurden bei
der Vorstellung im erweiterten Führungskreis noch weitere Vorschläge,
Forderungen und Änderungswünsche "draufgesattelt". Das kann zur
Folge haben, dass der ursprüngliche Impulsgeber sich wegen der nicht
mehr mit dem Projekt identifiziert ("hat nichts mehr mit unserem
Konzept zu tun"), die Geschäftsleitung sich ebenfalls nicht zuständig
fühlt ("War doch Ihr Wunsch!"), während sich die übrigen Abteilungen
ganz sicher sind, dass es ihr Projekt nicht ist ("Haben ja nur ein
paar Anregungen gegeben!").
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Halbherzige "Sammelaufträge"
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Am Schluss weiß dann keiner mehr, wie eigentlich der Projektauftrag
lautet und wer der Auftraggeber ist. Stattdessen heißt es
jovial: "Na, dann legen Sie mal los!" Wer sich darauf einlässt,
hat schon ein Problem, noch bevor er richtig begonnen hat. Denn
was auch immer er tut, er wird damit weder allen (oft noch widersprüchlichen)
Erwartungen gerecht werden noch im Konfliktfall die nötige Rückendeckung
haben.
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Falls daher aus den Umständen nicht eindeutig hervorgeht, wer der
Auftraggeber ist, dann ist dies die allererste Frage, die Sie klären
sollten. Wenn ein Gremium der Auftraggeber ist, bestehen Sie darauf,
dass Sie einen konkreten Ansprechpartner für das Projekt genannt
bekommen. Denn es klingt zwar beeindruckend und mag auch manche
Türen öffnen, wenn "der Vorstand" oder "die Geschäftsführung" der
Auftraggeber ist; für die praktische Projektarbeit ist es dennoch
eher ein Handicap als ein Vorteil. Denn je hochrangiger ein Gremium
ist, desto schwieriger dürfte es werden, kurzfristig Termine und
Entscheidungen zu bekommen.
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Ein klarer Ansprechpartner
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Sie brauchen daher einen "Mentor", "Paten", "Schirmherr" oder Change Coach, der Ihnen für Fragen unterhalb des
Lenkungsausschusses zu Verfügung steht. Er sollte gute Kontakte
haben, Einfluss besitzen und bei Bedarf kurzfristig verfügbar sein
– natürlich nicht unbegrenzt, aber zumindest so lange, dass die
akut anstehenden Fragen geklärt werden können und das Projekt weiter
arbeiten kann. Er muss das Vertrauen des auftraggebenden Gremiums
besitzen, denn wenn viele seiner Entscheidungen vom Vorstand oder
Lenkungsausschuss gekippt bzw. korrigiert werden, bringt er dem
Projekt keinen Nutzen.
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Mentor oder "Change Coach"
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© 2001 Winfried Berner – vollständige oder auszugsweise Wiedergabe, gleich in welcher Form, honorarpflichtig und nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung / Zitate im üblichen Umfang mit Quellenangabe gemäß wiss. Zitationsregeln zulässig. Näheres siehe Nutzungsbedingungen.
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