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Pfiffiger Denkanstoß für Betroffene von Veränderungen

Johnson, Spencer (1998):

Who Moved My Cheese

An Amazing Way to Deal With Change in Your Work and In Your Life

Vermilion (London); 94 S.; 6,80 Euro


Nutzen / Lesbarkeit: 7 / 9

Rezensent: Winfried Berner, 01.01.2004

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Angesichts der mit großer Schrift bedruckten 94 Seiten muss man aufpassen, dass die Rezension nicht länger ausfällt als das besprochene Buch. Doch die Parabel, die Spencer Johnson erzählt, hat durchaus Pfiff.

Die Story ist schnell nacherzählt: In einem Labyrinth leben zwei Mäuse und zwei Zwerge. Sie ernähren sich von dem Käse, den sie auf ihren Streifzügen durch das Labyrinth aufspüren. (Wie regelmäßig frischer Käse in ein Labyrinth kommt, bleibt Johnsons Geheimnis.) Eines Tages stoßen die vier auf eine Käse-Bonanza, und es dauert nicht lange, bis sie sich bei diesem schier unerschöpflichen Vorrat häuslich eingerichtet haben und ihn als ihren festen Besitzstand betrachten. Doch natürlich kommt es, wie es kommen muss: Irgendwann ist die Bonanza zu Ende, und Mäuse und Zwerge stehen ohne Käse da.

Mit dieser Veränderung gehen nun "Mäuse" und Zwerge höchst unterschiedlich um: "Aufgrund ihrer kleinen Gehirne" versuchen die Mäuse gar nicht erst, die Ursachen und Hintergründe der Käselosigkeit zu ergründen, sondern nehmen sie schlicht als Tatsache zur Kenntnis – und machen sich ohne Zögern auf die Suche nach neuem Käse. Die Zwerge hingegen hadern mit der Situation; sie sind wütend und zornig, weil sie finden, dass ihnen die regelmäßige Käseversorgung rechtmäßig zusteht, und kehren trotzig jeden Tag zu der leeren Bonanza zurück. Erst nach langem Überlegen und zahlreichen inneren und äußeren Konflikten entschließt sich einer der beiden Zwerge, ins Ungewisse aufzubrechen und anderswo nach neuem Käse zu suchen.

Auf seiner Käsesuche sondert dieser Zwerg allerlei Merksätze ab, darunter auch einige ziemlich dämliche ("Move with the cheese and enjoy it!" – "Imagine yourself enjoying your new cheese leads you to it." – "When you stop being afraid you feel good." Mit anderen Worten: "Angst kann ihr Wohlbefinden beeinträchtigen.") Aber es sind auch einige kluge unter den Merksätzen: "Old beliefs do not lead you to new cheese." – "The quicker you let go of old cheese, the sooner you find new cheese." Und der in meinen Augen wertvollste Impuls: "What would you do if you weren't afraid?"

Was will uns diese Parabel lehren? Natürlich nicht, dass am Ende alles Käse ist, wenn man sich auf Veränderungen einlässt. Sondern – man wagt es kaum auszusprechen –, dass es nichts bringt, sich ängstlich und trotzig gegen Veränderungen zu sperren, sondern dass es gescheiter ist, der Realität ins Auge zu sehen, seine Ängste zu überwinden und sich an die veränderten Spielregeln anzupassen. Gegen diese simple Message kann man natürlich zahllose Einwände erheben – unter anderem den, dass dies nichts Neues ist und im Grunde nicht der Erwähnung wert. Oder, noch schlimmer, dass dies geradezu peinlich banale Aussagen bzw. Appelle sind, die, wenn man sie ausspricht, im besten Fall zu Achselzucken führen, im ungünstigsten zum Abbruch der Kommunikation.

Und genau das ist das Verdienst dieses Mini-Büchleins und wohl auch der Grund, weshalb davon schon mehr als 12 Millionen Exemplare ver-, nein, gekauft wurden: Dass es eine simple, vereinfachte, abgedroschene Aussage, die man eigentlich nicht mehr aussprechen kann, auf eine nachvollziehbare, nacherlebbare und damit annehmbare Weise vermittelt. Offensichtlich ist es auf diese Weise dazu in der Lage, wenigstens einige der Betroffenen dazu zu veranlassen, neu über ihre Rolle und Haltung zu aktuellen Veränderungen nachzudenken, die für die nackte Message im Klartext längst nicht mehr erreichbar wären.

Schlagworte:
Change Management, Anpassung

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