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Authentisches Rohmaterial auf niedriger Veredelungsstufe

Kearns, David T.; Nadler, David A. (1992):

Xerox aus der Asche

Niedergang und Wiederaufstieg einer Weltfirma

Frankfurt (Campus); 287 S.; vergriffen


Nutzen / Lesbarkeit: 6 / 8

Rezensent: Winfried Berner, 29.09.2003

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Der CEO und der Berater erzählen die Geschichte von der – beinahe tödlichen – Krise und dem Wiederaufstieg des einstmaligen Kopierer-Pioniers und Marktführers Xerox.

Nachdem sie die Kopierertechnologie eingeführt und popularisiert hatte, war die Firma lange Zeit unangefochtener Herrscher über den Kopierermarkt, bis sie infolge von Selbstzufriedenheit, Arroganz und Nachlässigkeit zum Hauptangriffsziel japanischer Wettbewerber wurde.

David T. Kearns war ein regionaler Verkaufsleiter, von IBM gekommen, als es Xerox noch gut ging, machte Karriere, während die Krise sich anbahnte, und kam just zu dem Zeitpunkt an die Spitze, als sich die Gewitterfront zu voller Höhe aufzubauen begann. Und wie so oft in solchen Situationen, war die die Organisation alles andere als veränderungsbereit: Viele nahmen die Probleme überhaupt nicht wahr – was vielleicht angesichts der in die Strukturen üblicherweise eingebauten Marktferne gar nicht so verwunderlich ist –, andere wollten sie nicht wahrhaben – die typische Haltung vieler verwöhnter Führungskräfte, die lieber ihre machtpolitischen Ränke spinnen als sich um Kundennutzen und Wettbewerbsvorteile zu scheren –, und nur eine Minderheit war bereit, die Veränderung aktiv anzugehen. Warum auch immer – um Karriere zu machen, wegen des Beratungsauftrags oder aus Verantwortungsbewusstsein.

Was folgt, ist ein zähes Ringen der (langsam wachsenden) Minderheit mit der trägen, aber durchaus zur nachhaltigen Obstruktion fähigen Masse der Organisation. Doch genau hier liegt die Schwäche des Buchs: Der gesamte Verlauf wird mehr wie eine War Story (oder eine Abenteuergeschichte) erzählt als systematisch geordnet und strukturiert. Weder der CEO noch der als Coautor firmierende Berater unternehmen den Versuch, diesem immerhin hochrangigen Change-Management-Prozess vom reinen Einzelfall zu abstrahieren und – sei es auch nur versuchsweise – Muster herauszuarbeiten. Dabei wäre es doch genau dies, was dem Kunden / Leser, der mehr als eine unterhaltsame Abenteuererzählung sucht, interessieren würde.

Und so bleibt das Buch, trotz exzellenter Ausgangsbasis, leider weit unter seinen Möglichkeiten: Authentisches Rohmaterial gewiss, aber auf einer recht niedrigen Veredelungsstufe. Das Buch dürfte für zwei Zielgruppen interessant sein: zum einen für diejenigen, die noch sehr wenig Change Management-Erfahrung haben, weil sie anhand eines konkreten Beispiels den Verlauf umfassender Veränderungen fast "romanhaft" miterleben können, zum anderen für die erfahrene Experten des Change Management, denn die können damit möglicherweise ihre Theorien und Denkmodelle überprüfen. Diejenigen in der Mitte haben nur eine Möglichkeit, wenn sie von dem Buch ernstlich profitieren wollen: Sich auf den Hosenboden zu setzen und die Strukturierungsarbeit selber zu leisten, die sich die Autoren erspart haben.

Schlagworte:
Change Management, Fallstudie, Turnaround

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