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Vermittelt ein besseres Verständnis der Kultur(en) Italiens

Klüver, Henning (2002):

Gebrauchsanweisung für Italien



Piper (München, Zürich) 4. Aufl. 2004; 191 S.; 12,90 Euro


Nutzen / Lesbarkeit: 9 / 9

Rezensent: Winfried Berner, 29.04.2007

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Italien zu lieben, ist eine Sache. Italien(er) zu verstehen, ist eine ganz andere – und mit ihnen erfolgreich zusammenzuarbeiten, noch mal eine dritte. Zumindest beim Verstehen-Lernen liefert Henning Klüvers Gebrauchsanweisung kurzweilige Hilfe.

Ein Leitfaden für die erfolgreiche geschäftliche Zusammenarbeit mit Italienern ist Henning Klüvers "Gebrauchsanleitung" ebenso wenig wie es die anderen Bücher dieser Reihe sind. Trotzdem halte ich sie, wie die meisten ihrer Schwester-Werke auch, für gut geeignet, um sich auf eine berufliche Zusammenarbeit mit Italienern vorzubereiten. Auch wenn sie keine Listen mit "Do's and Don't's" enthält, kann sie gerade deutschen (und nordeuropäischen) Lesern helfen, die Kultur, Denkweise und den Lebensstil unserer südlichen Beinahe-Nachbarn besser zu verstehen. Das ist auch notwendig, denn wie bei kaum einem anderen Land neigen wir gerade bei Italien dazu, geblendet von unseren romantischen Projektionen über das Land, wo die Zitronen blüh'n, die italienische Realität zu übersehen und dann, wenn sie uns dann doch einholt, zwischen Enttäuschung, Verurteilung und Verleugnung zu schwanken. Denn wenn ein Land unserem Vor-Urteil nicht entspricht, ist das doch sein Problem – und außerdem eine Ungeheuerlichkeit, oder? Solch ein illusionäres Herangehen mag für einen Urlaub noch funktionieren, als Basis für eine geschäftliche Zusammenarbeit ist es definitiv ungeeignet, weil hochgradig "unfallgefährdet".

Autor Henning Klüver ist, wie der Name ahnen lässt, (Nord-)Deutscher, lebt aber mit (sardischer) Frau und Töchtern seit über 20 Jahren vorwiegend in Italien, derzeit als Kulturkorrespondent der Süddeutschen Zeitung in Mailand. Dieser bikulturelle Hintergrund ist wohl die beste denkbare Ausgangsposition, um uns Deutschen die Besonderheiten der italienischen Lebensart nahezubringen. Er kennt Land und Leute lange genug, um sowohl über die Phase der naiv-unrealistischen Verklärung als auch über die darauffolgende Phase der Anpassungsprobleme hinaus zu sein, sodass man davon ausgehen kann, dass seine ungebrochene Sympathie für dieses Land und seine Einwohner von einem gesunden Realismus getragen ist. Und selbst wenn er mit den dortigen "Sitten und Gebräuchen" nicht so tief vertraut sein sollte wie ein "echter" Italiener, versteht er doch besser als jene, wo für uns Deutsche die größten Irritationen, Reibungspunkte und Erstaunlichkeiten liegen.

Diese Vertrautheit mit beiden Kulturkreisen ist es auch, die jenseits aller netten Anekdoten und informativen Einzelaspekte den besonderen Nutzen dieser "Gebrauchsanleitung" ausmacht. Wobei es eigentlich gar keine Gebrauchsanleitung ist, sondern eher eine Anleitung zum besseren Verstehen, wenn Klüver über italienische Küche(n), Familie(n), Lebensstile und Landschaften, über Politik, Medien, Museen sowie über "Die Bar, das Stadion und die Lust am Reisen" erzählt. Er sagt uns nicht, welche Knöpfe wir drücken müssen, um das gewünschte Resultat zu erzielen; stattdessen hilft er uns, ansatzweise zu begreifen, was im Inneren dieser großen "Maschine" namens Italien vor sich geht, wie Italien, die Italiener und ihre Kultur "funktionieren". Das ist für eine erfolgreiche Kommunikation und Zusammenarbeit vermutlich mehr wert als vordergründige "Do's and Don't's". Denn wer eine Kultur besser versteht, kann kaum verhindern, dass er auch besser mit ihr zurechtkommt. Genau deshalb kann dieses Büchlein uneingeschränkt auch Geschäftsleuten empfohlen werden, die beruflich mit Italien und/oder Italienern zu tun haben.

Schlagworte:
Interkulturelles Management, Interkulturelle Zusammenarbeit, Länderkulturen, Nationalkulturen, Italien, Italiener

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