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Amüsante Impulse für besseren Stil und mehr Sprachwitz

Schneider, Wolf (2009):

Gewönne doch der Konjunktiv

Sprachwitz in 66 Lektionen

Rowohlt (Reinbek) 2. Aufl. 2010; 254 Seiten; 8,95 Euro


Nutzen / Lesbarkeit: 9 / 10

Rezensent: Winfried Berner, 03.04.2011

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Wolf Schneider in Bestform – eine Sammlung geschiffener Vignetten zur deutschen Sprache und Stilistik, aus denen man viele Impulse für den eigenen Sprech- und Schreibstil entnehmen, die man aber auch einfach nur mit Vergnügen lesen kann.

Wer wegen des Titels annähme, dass das dieses Buch ausschließlich vom Konjunktiv handle, der irrte – und dennoch zierte der unsere Sprache, wenn wir ihn mehr gebrauchten. Besonders wenn wir uns dabei seiner "starker Form" befleißigten, also auf überflüssige Hilfskonstruktionen mit Hilfsverben wie "würde" verzichteten. (Selbst auf die Gefahr, dass dies bei Überdosierung etwas manieriert wirkte.) 

Nein, vom Konjunktiv handelt nur das erste der 66 Kapitel – insofern ist der Titel das, was man auf neubayrisch als "Eyecatcher" bezeichnet. Auf altbairisch nennte (um noch einmal auf den leider ungebräuchlich werdenden starken K. zurückzukommen) man das ein "pars pro toto". Was, wie immer in solchen Fällen, die Frage aufwürfe, was den das "totum" sei, dem das "pars" stellvertetend entnommen wurde. [Stellvertretend?! – Ja, "pro toto".]

Die Frage sei unter Verzicht auf weitere Konjunktive beantwortet: Es ist eine Sammlung von kurzen, prägnanten, teils etwas genervten, teils fröhlich überspitzten Glossen (oder "Lektionen") zum mündlichen und vor allem schriftlichen Gebrauch der deutschen Sprache. Keine Stilfibel im engeren Sinne, weil nicht systematisch aufgebaut, sondern einfach eine Sammlung sprachlicher Vignetten zur Stilistik. Es hätte wenig Sinn, hier die Inhalte im Einzelnen nachzuerzählen, denn so ein Buch lebt ja nicht allein von seinen "Botschaften", sondern auch und vor allem von der Art ihrer sprachlichen Ausgestaltung. 

Wer für so etwas ein Faible hat (und noch nicht allzu viele von Wolf Schneiders Büchern kennt, denn redundanzfrei mit anderen seiner Veröffentlichungen ist es nicht), der kann hier lustvoll zugreifen und sich zum Spottpreis ein paar vergnügliche Stunden verschaffen. Wer Sprache dagegen als Gebrauchsgegenstand zur Übermittlung scharfkantiger Botschaften versteht und seinen Sinn für Nuancen lieber bei der Wahl der Felgen seines Autos auslebt, wird mit dem Buch keine Freude haben; er lege die neun Euro besser in die Rücklage für die nächste Geschwindigkeitsüberschreitung. 

Mir jedoch haben der hoffentlich gewinnende Konjunktiv und seine 65 Brüder ein paar abendliche Reisestunden auf amüsante Weise verkürzt, mir die eine oder andere sprachhandwerkliche Anregung gegeben, aber auch Bestätigungen geliefert, mich an vielen Stellen auch einfach nur schmunzeln lassen. Und als kleine Zugabe hat mir das Buch außerdem ein paar nette Gespräche eingebracht: "Was lesen Sie denn da? Klingt ja witzig …" Ist es.

Schlagworte:
Deutsch, Sprache, Stilistik, Schreiben

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