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Kompakte und kompetente Einführung in die Soziobiologie

Wuketits, Franz M. (2002):

Was ist Soziobiologie?



C. H. Beck (München); 113 S.; 7,90 Euro


Nutzen / Lesbarkeit: 9 / 9

Rezensent: Winfried Berner, 01.02.2004

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Wer einen ersten Einblick in die Soziobiologie und ihre zentralen Themen und Thesen sucht, ist mit dieser kompakten und informativen Einführung gut bedient, zumal sie auch einen guten Ausblick auf weiterführende Literatur bietet.

Der Autor Franz M. Wuketits, ein Konrad-Lorenz-Schüler, ist ein renommierter Biologe und Wissenschaftstheoretiker, der in Wien und Graz lehrt. Erfreulich, dass er in einer klaren, gut lesbaren Sprache zu schreiben versteht und sich nicht zu schade ist, seine Aussagen durch anschauliche Beispiele zu illustrieren.

Sein Anliegen hinter dem Buch ist, das zum Teil recht schiefe Bild von der Soziobiologie durch eine sachliche Darstellung zurechtzurücken: "Insbesondere unterstellt man der Soziobiologie häufig einen kruden Biologismus, das heißt die Auffassung, dass auch kulturelle Phänomene beim Menschen in bloßen Begriffen der Biologie beschrieben und erklärt werden können. Zwar liefert die Soziobiologie in der Tat einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis menschlicher Kultur, enthält aber nicht die Behauptung, dass diese in allen ihren Ausprägungen sozusagen biologisch vorbestimmt sei. Bei nüchterner Betrachtung gibt die Soziobiologie keinen Anlass zu dem Glauben (oder der Befürchtung), dass der Mensch genetisch determiniert sei, eine Marionette seiner Gene. Sie deckt aber tiefe stammesgeschichtliche Wurzeln und genetische Dispositionen des menschlichen Sozialverhaltens auf und leistet damit einen veritablen Beitrag zu unserem eigenen Selbstverständnis." (S. 13)

Das Taschenbuch, das tatsächlich in eine Tasche passt, deckt in fünf Kapiteln fünf zentrale Themen der Soziobiologie ab und gibt eine Orientierung über den Stand der Forschung und Theoriebildung. Im ersten Kapitel "Gruppenbildung in der Tierwelt" geht es nicht nur um die Evolutionsvorteile sozialer Strukturen, sondern auch um den zentralen Gedanken der Soziobiologie, dass das biologische Leitprinzip des Verhaltens nicht das Überleben der Art ist, wie die klassische Evolutionsbiologie geglaubt hat, sondern die erfolgreiche Weitergabe der eigenen Gene.

Weiter geht es um "Konflikt und Kooperation" und um "Egoismus und Altruismus". Nach einem kurzen Kapitel "Vom Gen zum Verhalten" untersucht Wuketits zum Schluss "Das soziale Leben des Menschen". Es endet mit dem Satz: "Aus der Haut, die wir in unserer Stammesgeschichte erworben haben, können wir uns einfach nicht herausschälen. Bleibt die Frage, wie wir mit ihr leben und einige unserer kulturell erworbenen Ideale dennoch verwirklichen können. Diese Frage wird immer dringlicher, sie kann aber an dieser Stelle nicht beantwortet werden." (S. 100)

Es wäre unfair, Wuketits vorzuwerfen, dass er sich dieser Grundfrage – wenigstens an dieser Stelle – entzieht. Denn sein Buch leistet, was es zu leisten verspricht: Es gibt einen knappen und klaren Überblick über die Soziobiologie, der hilft, Vorurteile zu korrigieren oder auch zu bestätigen, und verzichtet klugerweise darauf, nebenbei auch noch alle übrigen Menschheitsfragen lösen zu wollen.

Schlagworte:
Soziobiologie, Einführung, Verhaltensbiologie, Verhaltensforschung, Egoismus, Altruismus

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