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Buntes Sammelsurium – Change Management kommt auch vor

Czichos, Reiner (2002):

Change Management

Konzepte, Prozesse, Werkzeuge für Manager, Verkäufer, Berater und Trainer

Ernst Reinhardt (München, Basel) 4. Aufl. 2002; 580 S.; ISBN: 3497012661; 44,90 Euro


Nutzen / Lesbarkeit: 3 / 7

Rezensent: Winfried Berner, 21.02.2004

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Der Titel führt in die Irre: Dies ist nicht wirklich ein Buch über Change Management, sondern ein unglaubliches, 580 Seiten langes Sammelsurium aller möglichen Ideen, Methoden, Ideen, Konzepte und Ansätze, in fröhlicher Eklektik aufgereiht.

Der Untertitel und insbesondere darin enthaltene die Zielgruppen-Beschreibung lässt erahnen, dass hier einer auszog, um allen etwas zu bieten – und damit Gefahr läuft, niemanden zufriedenzustellen. Die ersten knapp 90 Seiten verbringt Czichos mit "Grundlagen": "Gehirn", "Lernen", Wertewandel, Megatrends und Motivation", "Motivationstheorien" und "Basis-Kommunikation" heißen die Unterabschnitte des ersten Kapitels. Das freilich über Barfuß-Psychologie kaum hinauskommt: Eisberg-Modell, rechts- und linkshirniges Denken, Biorhythmus, Maslow / Herzberg, "Wer fragt, führt" ... Im 2. Kapitel geht es um "Verhaltens- und Problemlösungstypen / Situationsgerechtes Führen" (sic!), im 3. um "Beraten und Verkaufen", und im 4. schließlich um "Meetings – Prozesse und Werkzeuge".

Auf Seite 308 endlich, zu Beginn des 5. Kapitels "Organisation", fällt zum ersten Mal das Stichwort Organisationsentwicklung, dann aber gleich "unter neuem Blickwinkel". Was wohl heißen soll, dass man alles Bisherige sowieso vergessen kann: "Viele Experten streiten sich immer noch, was denn Organisationsentwicklung eigentlich sei. Bei all diesem gelehrten, theoretischen Streit – so scheint es mir – haben es viele verschlafen zu bemerken, dass inzwischen viele Nicht-Organisationentwicklungsexperten Organisationsentwicklung betreiben, ohne zu wissen, was sie tun – und trotzdem haben sie einigen Erfolg." (S. 308) Wenige Seiten später hat er dieses Thema schon wieder verlassen und wendet sich für den Rest des Kapitels Organisationsmodellen, der Organisationskultur und dem Organisationsdesign zu. Was immerhin konsistent mit der Überschrift des Kapitels ist, wenn auch noch immer nicht so recht mit dem Titel des Buchs.

Im 6. Kapitel schließlich – wir haben inzwischen Seite 407 erreicht und fast drei Viertel des Buches hinter uns – kommt Czichos doch noch zu "Change – Organisationsveränderung als Prozess". Nun wird es langsam knapp. Aber mehr als eine wenig strukturierte Sammlung von Folien, Grafiken, Sprüchen ("Gib einem Mann einen Fisch, so ernährt er sich einen Tag. Lehrst Du ihn jedoch das Angeln, so wird er sich selbst ernähren!"), Formularen und bruchstückhaften Erläuterungen kommt auch hier nicht. Einzelne Anregungen und Ideen kann man diesen knapp 80 Seiten sehr wohl entnehmen, doch entsteht daraus kein geordnetes Bild, wie man einen Veränderungsprozess – was für eine Art von Veränderungsprozess überhaupt? – strukturieren, gestalten und steuern kann. Wer sich das Buch in dieser Hoffnung gekauft hat, wird sich spätestens hier ziemlich verloren fühlen.

Im abschließenden 7. Kapitel wird es grundsätzlich; es geht um "Die neue Manager-Rolle". Darin schreibt Czichos noch über Coaching und über Konflikt-Management, aber das rettet die Sache nun auch nicht mehr.

Insgesamt ist das Buch eine Enttäuschung. Von einer systematischen Darstellung des Change Management, die man bei diesem Umfang eigentlich erwarten könnte, kann überhaupt keine Rede sein. Das betrübliche Fazit lautet denn wohl, dass ein qualitatives Problem nicht quantitativ zu beheben ist: Die Fülle der Folien, Modelle und Exzerpte schlägt nicht in Qualität um, zumal Czichos kaum Anstalten macht, die von ihm zitierten Gedanken in irgendeiner Weise zu integrieren. Zumindest muss man aber lobend hervorheben, dass er sehr redlich mit seinen Quellen umgeht: Wo immer er Gedanken übernimmt oder Auszüge aus fremden Werken wiedergibt, gibt er die Quellen korrekt an. Allerdings wird so auch sichtbar, wie alt seine Quellen sind. Als ob es auf all den abgehandelten Gebieten in den letzten 15 Jahren keine neuen Erkenntnisse gegeben hätte!

Schlagworte:
Change Management, Organisation, Organisationsentwicklung

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