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Allzu dünne Einführung ins Projektmanagement

Litke, Hans-D.; Kunow, Ilonka (2002):

Projektmanagement

TaschenGuide

Haufe (Freiburg); 1998, 3. überarb. Aufl. 2002; 126 S.; 6,60 Euro


Nutzen / Lesbarkeit: 5 / 8

Rezensent: Winfried Berner, 20.03.2004

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Das schmale Bändchen eignet sich allenfalls als erste Einführung für blutige Anfänger; als Leitfaden für Projektleiter ist es im doppelten Sinn zu dünn. Vor allem deshalb, weil viele Ratschläge genau dort aufhören, wo sie eigentlich beginnen müssten.

Dieser "TaschenGuide" passt tatsächlich eine Jackettasche; er umfasst 126 kleinformatige Seitchen zu je etwa 30 Zeilen. Das liest sich zwar schnell und recht mühelos, aber es lässt auch viele Fragen offen. Dass das schmale Bändchen nicht als Leitfaden für Projektleiter taugt, liegt indes nicht so sehr daran, dass der Umfang der erreichbaren Tiefe Grenzen setzt, sondern vor allem daran, dass viele Aussagen zu allgemein und unkonkret bleiben. Hier drei Beispiele: "Kreatives Denken muss gefördert, die Möglichkeiten und Kapazitäten hierfür geschaffen werden." (S. 23) Oder: "Achten Sie schon in der Anfangsphase auf die Einhaltung der Qualität. Steuern Sie Fehlern möglichst frühzeitig entgegen. Versäumte Korrekturen werden gegen Projektende immer teurer." (S. 94) In einer Checkliste namens "Worauf müssen Sie achten?" steht ohne weitere Erläuterungen die Frage: "Sind die Voraussetzungen für den Start gegeben?" (S. 28) Was soll man als geplagter Projektleiter mit solchen Hinweisen anfangen, wenn offen bleibt, woran man dies erkennt bzw. auf welche Weise man es erreichen kann?

Das Bändchen beginnt mit einer Einleitung "Wozu Projektmanagement?" Ihr sind so erhellende Sätze zu entnehmen wie: "Projektmanagement sollte also nur dort eingesetzt werden, wo es sinnvoll ist und dem Unternehmen etwas bringt, denn sonst wird es nicht auf Akzeptanz stoßen." (S. 22) Das zweite Kapitel "Der richtige Start" macht mit 53 Seiten fast die Hälfte des Gesamtumfangs aus. Darin geht es vor allem um Planung und Vorbereitung, von der Projektstrukturierung und Arbeits- und Zeitplanung über die Zusammenstellung des Projektteams bis hin zu den Anforderungen an den Projektleiter.

Dagegen wendet sich das dritte Kapitel "Projekte durchführen" (30 Seiten) neben technischen Aspekten wie Projektüberwachung und -steuerung auch dem sozialen Prozess zu: Darin geht es um Teamarbeit, Kommunikation, Motivation, Durststrecken und Konflikte. So verdienstvoll dies ist, so deutlich wird auch, dass sich die Autoren hier in einem "Auswärtsspiel" befinden. Für das Schlusskapitel "Projekte erfolgreich zum Abschluss bringen" bleiben dann noch 6 Seiten. Das reicht gerade noch zu den Aspekten: "Zum Schluss die Ergebnisse prüfen" (S. 119) und: "Das Ende bewusst gestalten" (S. 121) samt der – auch schon zwischendurch – beherzigenswerten Empfehlung: "Feiern Sie!" (S. 124)

In den Darlegungen mischt sich bewährtes Grundlagenwissen zum Projektmanagement mit manchen seltsamen Aussagen. So erläutern Litke und Kunow in der Einführung: "Jedes Projekt verläuft idealtypisch in vier Phasen: 1. Vorlauf, 2. Planung, 3. Durchführung, 4. Kontrolle." (S. 17) Eine Seite später wird über Kontrolle erläutert: "Sie dient dazu regelmäßig Bilanz über den Projektverlauf in allen seinen Einzelheiten zu ziehen. Die Kontrolle ermöglicht es bei unerwünschten Entwicklungen korrigierende Eingriffe vorzunehmen." (S. 18) Mit anderen Worten, die Kontrolle ist wesentlicher Bestandteil der Projektdurchführung und eben gerade keine eigene Phase. Entsprechend wird sie im Kapitel "Projekte durchführen" vernünftigerweise auch behandelt: "Planen ist wichtig, Kontrolle entscheidend" (S. 89) Aber weshalb wird die Kontrolle dann eingangs als eigene Phase eingeführt?

Manchmal hat es den Anschein, als seien ausführlicher Darlegungen brutalen Streichungen zum Opfer gefallen – etwa wenn die Empfehlungen zur Kostenkalkulation auf die folgenden vier Punkte reduziert werden: "1. Strukturieren Sie die Kostenpakete. / 2. Ermitteln Sie die Mengenansätze. / 3. Erstellen Sie eine Kalkulation. / 4. Dann erfolgt die Budgetzuteilung." (S. 57) Statt genauerer Erläuterungen wird auf den Folgeseiten ausführlich dargelegt, weshalb eine Projektkalkulation wichtig ist. Aber was hilft die beste Begründung ihrer Notwendigkeit, wenn der Ratgeber den Projektleiter beim "Wie" im Stich lässt?!

Damit bleibt die Versprechung auf dem Cover leider uneingelöst, dieser TaschenGuide würde zeigen, "wie Sie das Projekt sicher durchführen und erfolgreich zum Abschluss bringen." In Wirklichkeit liefert er lediglich einen Überblick, welche Themen und Teilaspekte unter die Überschrift Projektmanagement fallen, doch die für Projektleiter wie Teammitglieder entscheidende Frage bleibt allzu häufig offen: Wie soll man es richtig machen, damit das Projekt erfolgreich verläuft?

Schlagworte:
Projektmanagement

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