Portfolio-Management: Änderung der Eigentumsverhältnisse |
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Noch vor wenigen Jahren hätte man gedacht, dass den Mitarbeitern
die Eigentumsverhältnisse an "ihrem" Unternehmen
ziemlich gleichgültig sein können. Weil es sich "nur"
um Kapitalstrukturen und die organisatorische Einordnung im Konzern
handelte, wurden und werden Portfolio-Umstrukturierungen von Belegschaften
und Betriebsräten oft kaum zur Kenntnis genommen. Da es auch
aus Sicht des Managements keinen Kommunikationsbedarf gab, schien
es, als gebe es hier kein Problem und infolgedessen auch keinen
Lösungsbedarf. Mittlerweile ist der Kapitalmarkt jedoch derart
in Bewegung gekommen, dass man genauer hinschauen muss. |
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Tragweite nicht immer erkannt
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Zwar kann es den Mitarbeitern der Telekom auch weiterhin egal sein,
ob ein Kleinanleger der Verführung von Manfred Krug erliegt
und sich zwanzig Telekom-Aktien kauft. Andererseits können
beispielsweise die Aktivitäten der CoBRa-Gruppe der Belegschaft
und dem Betriebsrat der Commerzbank alles andere als gleichgültig
sein.
Solange ein Konzern nur seine Beteiligungen neu ordnet, hat das
auf die Mitarbeiter meist keine direkten Auswirkungen allenfalls
auf das obere Management. Selbst der Besitzwechsel größerer
Aktienpakete ist für das tägliche Leben im Unternehmen
so lange ohne Folgen, wie damit keine Veränderung der Interessen
der "Shareholder" verbunden ist. |
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Bedeutungslose
Verschiebungen |
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Doch die Zahl der Fälle wächst, wo sich mit der Eigentumsverhältnissen
auch die Interessen der Anteilseigner und damit die Erwartungen
an das Unternehmen und an dessen Management drastisch verändern.
Hier einige Beispiele: |
Interessen
der neuen Herren
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- Der Grund für den Einstieg auch als
Minderheitsbeteiligung liegt darin, dass Synergien mit anderen
Unternehmen erschlossen werden sollen, z.B. in Form einer strategischen
Partnerschaft (strategic alliance). Denn dies hat oft erhebliche
Umstrukturierungen zur Folge.
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- Die neuen Eigentümer haben ihre Investition
in hohem Maße fremdfinanziert und müssen nun wesentliche
Teile des Unternehmens verkaufen, um schnell Schulden zurückzuführen
und so ihre Zinsbelastung zu senken.
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Teilverkäufe zur Refinanzierung
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- Die neuen Anteilseigner sind mit Blick auf erhebliche
Wertsteigerungspotenziale oder schlummernde Reserven eingestiegen
und setzen nun das (alte oder neue) Management unter Druck, rasch
Ergebnisse abzuliefern, die ihren Vorstellungen von Shareholder
Value entsprechen.
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- Die Investitoren haben bei der Analyse des Unternehmens
festgestellt, dass das Ganze weniger wert ist als die Summe der
Teile. Sie kaufen das Unternehmen nur zu dem Zweck, es zu zerschlagen
und seine einzelnen Teile weiterzuverkaufen. Für die Investoren
ist das sehr erfreulich, weil sie damit in kurzer Zeit eine Menge
Geld machen können für die Mitarbeiter sehr viel
weniger.
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"Raider" / Ausschlachtung
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Weil Mitarbeiter und Betriebsräte die Tragweite oft nicht
erkennen, reagieren in vielen Fällen nicht das Portfolio-Management
selbst, sondern seine Folgen also etwa auf den Verkauf
des Unternehmens oder von Unternehmensteilen, auf Kostensenkungsprogramme,
Fusionen
und Übernahmen. Mit der Zunahme direkter Eingriffen des
Kapitalmarkts in Unternehmen wird mit großer Wahrscheinlichkeit
auch die Sensibilität für Portfolio-Management-Aktivitäten
zunehmen. Es ist daher damit zu rechnen, dass Konflikte, die heute
erst in späteren Phasen auftreten, sich in diese Phase vorverlagern. |
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