Change Controlling: Veränderung transparent machen
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"What gets measured gets done", ist ein vielzitierter Satz, der mal diesem, mal jenem prominenten Konzernlenker in den Mund gelegt wird. Vermutlich hat ihn auch jeder von ihnen schon in den Mund genommen und mit Recht. Ein Change Controlling (oder Umsetzungs-Controlling) signalisiert Führungskräften und Mitarbeitern, dass das Veränderungsvorhaben wirklich ernst gemeint ist; es zwingt zur Klärung von Zielen und ermöglicht jederzeit die Überprüfung, ob die Veränderungen gemäß den Erwartungen vorankommen.
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Transparenz fördert Veränderung
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Zwar ist es nicht ganz so simpel wie zuweilen behauptet, dass schon
die Einführung eines Messsystems automatisch die gewünschten
Veränderungen herbeiführte. Wenn dies so wäre, müsste
regelmäßiges Wiegen allein schon zur Gewichtsabnahme
führen was ich leider mit größtem Bedauern
dementieren muss.
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Messen allein reicht nicht
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Nutzen eines Change Controlling
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Dennoch übt ein Umsetzungs-Controlling, das auf einer Zeit-
und Ergebnisplanung aufbaut, auf fünffache Weise einen vorteilhaft
steuernden Einfluss aus:
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1.
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Es zwingt zur eindeutigen
Formulierung von Zielen was wiederum dazu zwingt,
sich über die Ziele wirklich klar (und ggf. einig) zu
werden, statt mit einer "ungefähren Richtung" loszulaufen.
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2.
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3.
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Es unterstreicht die Ernsthaftigkeit und Dauerhaftigkeit
der Veränderungsabsichten.
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4.
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Es ermöglicht jederzeit die Überprüfung,
ob die Veränderungen in die richtige Richtung gehen und
zügig genug vorankommen.
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5.
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Es bewirkt eine Entpersonalisierung der Diskussion über Zielabweichungen,
da keine Trennung in "Kontrolleure" und "Überwachte"
entsteht stattdessen kann man gemeinsam die Daten betrachten
und über Schlussfolgerungen sprechen.
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Change Controlling kann und soll nicht erzwingen, dass die einmal
gemachten Planungen sklavisch eingehalten werden. Bei komplexen
Veränderungsprozessen ist ohnehin unwahrscheinlich, dass sie
ohne wesentliche Abweichungen umgesetzt werden können. Vielmehr
helfen Planung und Controlling, die Zielorientierung des gesamten
Prozesses zu verbessern und ihn damit effizienter und schneller
zu machen, wie es sehr treffend in dem Satz beschrieben ist: "Ein
Plan ist nicht die Beschreibung künftiger Realität, sondern
ein Instrument zur Beschleunigung einer Entwicklung."
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Mit Hilfe eines Umsetzungs-Controlling bemerkt man frühzeitig,
wenn sich die Dinge anders entwickeln als gedacht. Dann kann man
überprüfen, ob man sich in der Planung geirrt hat
was vorkommen kann oder ob das Projekt beginnt, aus dem Ruder
zu laufen. Ohne Controlling bemerkt man manche Fehlentwicklungen
erst sehr viel später, weil wir unsere Erwartungen ständig
und unmerklich an die Wirklichkeit anpassen. So findet man sich
hier mit einer Verzögerung ab, da mit einer Veränderung
und dort mit einer Verschiebung, und schon nach wenigen Spielzügen
hat man sich ziemlich weit von den ursprünglichen Vorstellungen
entfernt. (Was u.U. auch sinnvoll sein kann entscheidend
ist aber, dass man es bemerkt und dass es nicht einfach passiert.)
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Abweichungen frühzeitig erkennen
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Change Controlling gewährleistet also, dass Veränderungsprozesse
nicht aus dem Ruder laufen aber inwiefern soll ein Plan (und
dessen Controlling) Entwicklungen beschleunigen? Erstens dadurch,
dass er Klarheit schafft, welche Ziele erreicht werden sollen, auf
welchem Weg und durch welche konkreten Schritte. Zweitens dadurch,
dass er einen gewissen Erwartungsdruck schafft, das, was da auf
dem Papier steht, auch umzusetzen. Und drittens weil die Einrichtung
eines Change Controlling die Ernsthaftigkeit des Unterfangens unterstreicht
was hilft, viel Zeit einzusparen, die sonst mit Abwarten,
Beobachten und Taktieren verloren wird. Mit der Einführung
eines Controlling-Systems wissen die Mitarbeiter und Führungskräfte,
woran sie sind. Was die meisten von ihnen begrüßen werden.
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Beschleunigung einer Entwicklung
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Controlling setzt Ziele und Maßstäbe voraus
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Für ein wirksames Change Controlling müssen Kriterien
auf vier Ebenen definiert sein:
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1.
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Projektziele: Welche konkreten und überprüfbaren
Veränderungen soll das Projekt bringen, wenn es in vollem Umfang
erfolgreich realisiert ist?
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2.
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Zwischenziele / Meilensteine: In welchen
Teilschritten sollen die Gesamtziele realisiert werden? Welche (nachprüfbaren)
Meilensteine sollen bis zu welchen Terminen erreicht sein?
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3.
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Maßnahmen: Welche konkreten Maßnahmen
/ Einzelschritte müssen abgearbeitet werden, um die definierten
Zwischenziele zu erreichen? Wie sieht der Zeit- und Ablaufplan der
Einzelaktivitäten aus? Wie die konkrete Aufgabenverteilung,
d.h., wer macht was bis wann?
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4.
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Ergebnisse / Output: Welche Resultate bzw.
Resultatsverbesserungen sollen in Folge des Projekts eintreten und
in welcher zeitlichen Folge? In welchem Umfang sind die erwarteten
Verbesserungen tatsächlich eingetreten?
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Zwischen der ersten und der vierten Ebene besteht insofern eine
gewisse Verwandtschaft, als es bei beiden darum geht, was mit dem
Projekt erreicht werden soll. Doch zielt erstere auf die unmittelbaren
Projektziele (wie z.B. eine Verbesserung der Kundenzufriedenheit
auf 70 Prozent), letztere auf deren Nutzen für das Unternehmen
(z.B. steigende Nachfrage, höherer Absatz, höhere Margen).
Wo diese beiden Aspekte sehr eng verknüpft sind, kann man sie
auch zusammenfassen.
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In der Praxis sind für die Projektsteuerung vor allem die
Kriterien 2 und 3 wichtig, denn der Erfolg bei den Kriterien 1 und
4 lässt sich ja zum überwiegenden Teil erst gegen Ende
des Projekts beurteilen.
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| Schwerpunkt Zwischenziele |
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Genau an dieser Stelle sind viele Veränderungspläne lückenhaft:
Man hat zwar eine Idee, wo man ankommen möchte, und ein Konzept
für die ersten Schritte, aber keine klare Vorstellung, über
welche Stationen man vom Ausgangspunkt zum Zielpunkt kommen kann.
Das ist so lange nicht weiter tragisch, wie man sich auf halbwegs
vertrautem Terrain bewegt, doch es kann zum Verhängnis werden,
wenn man sich auf unbekanntes Gelände vorwagt. Ein typisches
Beispiel, wo dies oft schief geht, sind hier Projekte zur
Veränderung der Unternehmenskultur.
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Im Grunde ist das wie beim Verreisen mit einer Großfamilie:
Für einen Wochenendausflug in die nähere Umgebung kann
man auch ohne Planung losfahren vermutlich verpasst man auf
diese Art ein paar Attraktionen, aber das Gesamtrisiko hält
sich in Grenzen. Schlimmstenfalls hat man Mühe, ein angemessenes
Quartier und zufriedenstellende Verpflegung zu finden.
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Reisen mit der Großfamilie
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Eine große Reise jedoch sollte man besser nicht auf diese
Art anpacken. Am Anfang sind sich ja noch alle einig, dass man nach
Spanien möchte oder zumindest haben diejenigen, die
dazu keine so große Lust haben, in der allgemeinen Begeisterung
nichts gesagt. Schon nach den ersten Pannen wird die Mannschaft
unruhig, und als die Oma über Herzbeschwerden klagt, die Tochter
seit dem Cafébesuch ihren Geldbeutel vermisst und der kleine Neffe
Anzeichen von Fieber zeigt, stellen die, die zuvor nichts gesagt
haben, die Frage, ob es denn wirklich eine so gute Idee war, ausgerechnet
im Sommer nach Spanien zu fahren. Andere bezweifeln lautstark, ob
man überhaupt auf der richtigen Strecke ist. Und der Besserwisser
vom Dienst erklärt, dass es ohnehin viel vernünftiger
gewesen wäre, eine so weite Strecke nicht mit dem Auto zu fahren,
sondern zu fliegen. Kurz, das Vorhaben versinkt in Ärger und
Chaos.
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Rolle, Aufgaben und Position des Controllers
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Aufgabe des Controllers ist nicht nur, die Einhaltung der Planung
zu gewährleisten und für eine regelmäßige Überprüfung
des erreichten Standes zu sorgen. Mindestens genau so wichtig ist,
dass er die vorliegende Planung von Anbeginn an auf Schlüssigkeit
und Plausibilität prüft und auf Nachbesserungen
dringt, wenn sie ihm nicht ausreicht.
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Wer sollte diese Aufgabe übernehmen? Wichtig ist, dass der
Controller nicht Teil der Projektleitung ist, sondern eine unabhängige
Instanz. Sonst kommt er sehr schnell in einen Rollenkonflikt: Soll
er festgestellte Planabweichungen für sich behalten oder offen
legen? Berichten sollte der Controller an das Mitglied der Geschäftsleitung,
das die Gesamtverantwortung für das oder die Veränderungsprojekte
hat.
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Bei kleineren Projekten kann das Change Controlling entweder durch
die Geschäftsleitung selbst wahrgenommen werden oder durch
deren Assistenten. Denn dann ist es eine Aufgabe, die nur einige
Stunden pro Woche erfordert. Bei Großprojekten, die ein Großunternehmen oder einen
ganzen Konzern umfassen, kommt schnell ein ganz erheblicher Zeitbedarf
zusammen. Wenn beispielsweise 30 Teilprojekte gesteuert werden sollen
und jedes nur vier Stunden Zeit pro Monat beansprucht, nähert
man sich schnell einem Full-Time-Job (30 x 4 h = 120 h), zumal ja
noch Konsolidierungs- und Berichterstattungs-Aufgaben hinzukommen.
In solchen Fällen ist es sinnvoll, hierfür eine eigene
Stabsstelle einzurichten.
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Dieser Zeitaspekt ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung
ist. Denn Controlling funktioniert nur, wenn genügend Zeit
dafür zu Verfügung steht. Ein überlasteter Nebenbei-Controller
wird kaum dazu in der Lage sein, den Fortschritt eines größeren
Veränderungsvorhabens zeitnah im Auge zu behalten und Planabweichungen
frühzeitig zu erkennen. Und wenn er dann doch Abweichungen
bemerkt, kommt er erst recht in ein persönliches Dilemma: Geht
er der Sache nach, kann er sich ausrechnen, dass er damit seine
eigene Zeitnot dramatisch verschärft. Also ist die Verführung
groß, lieber nicht so genau hinzusehen und zu hoffen, dass
die Sache von alleine wieder ins Lot kommt.
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Insofern gilt für Controlling genau das Gleiche wie für
viele andere wirksame Instrumente: Es nützt nur dann, wenn
man es wirklich macht, und das wiederum setzt ein Minimum an verfügbarer
Zeit voraus.
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