|
|
Neu von Winfried Berner:
"Bleiben oder Gehen"
|
|

|
Für weitere Informationen
klicken Sie bitte hier.
|
| |
Anzeige
|
|
|
|
Moderation: Einen Workshop zum Erfolg führen
|
 |
|
Die Moderation eines Workshops muss nicht so straff sein wie
eine normale Sitzungsleitung; sie darf auch mal ein Seitenthema
oder einen Exkurs zulassen. Das heißt aber nicht, dass der Moderator
sich zurücklehnen und den Verlauf sich selbst überlassen darf. Er
muss vielmehr ein waches Auge auf den Prozess haben und aufmerksam,
aber ohne Anspannung beobachten, ob die Diskussion Fortschritte
macht, sich im Kreise dreht oder sich vorschnell auf zu wenig durchdachte
Lösungen festlegt. Und bei Bedarf (aber nur dann!) steuernde Impulse
geben.
|
|
|
Je nachdem, wie er den Verlauf wahrnimmt, kann der Moderator unterschiedliche
Impulse geben – wobei eines der größten Kunststücke darin besteht,
die Klappe zu halten (bzw. sich aufs inhaltliche Mitdiskutieren
zu beschränken), so lange der Prozess gut läuft. Umgekehrt sollte
der Moderator den Mut haben, auch gegen den Druck der Gruppendynamik
zu intervenieren, wenn er den Eindruck hat, dass ein Prozess falsch
läuft. Eine echte Mutprobe ist zum Beispiel, wenn sich die Gruppe
nach heftigen Auseinandersetzungen mehr aus Erschöpfung denn aus
einer schlüssigen Argumentation zu einer Lösung "zusammengerauft"
hat, dann diese Lösung zu hinterfragen. Es kann trotzdem notwendig
sein, dies zu tun – nicht als Tapferkeitsnachweis, sondern weil
ein solcher Erschöpfungskompromiss als "emotionaler
Konsens" in der Regel weder ausreichend begründet noch belastbar
noch haltbar ist.
|
|
Förderliche Impulse
geben
|
|
... auch wenn unerwünscht
|
|
Moderation heißt Prozessverantwortung
|
|
|
Was ist überhaupt die Aufgabe des Moderators, wie unterscheidet
sich seine Rolle von der der übrigen Teilnehmer? Der Kernpunkt ist,
dass der Moderator für den Arbeitsprozess (haupt-)verantwortlich
ist. Das heißt, sein Job ist, sich darum zu kümmern, dass die Zusammenarbeit
der Gruppe sowohl von den Inhalten als auch von der atmosphärischen
Seite her produktiv ist. Mehr als die anderen Teilnehmer hat der
Moderator daher die Aufgabe, den Verlauf mit ein bisschen innerem
Abstand zu beobachten und bei Bedarf (aber nur dann!) steuernd einzugreifen.
Was man dann etwas pathetisch und hochtrabend "Interventionen"
nennt. (Unter diesem Link finden Sie die zwölf wichtigsten Interventionsformen
für Moderatoren; lesenswert auch die Moderatoren-Tipps zum Thema
Fairness.)
|
|
Arbeitsprozess beobachten
|
|
|
Allerdings wäre es verkehrt, die Prozessverantwortung ausschließlich
dem Moderator zuzuschieben. Ebenso falsch wäre es, als Moderator
in unsinnigem Heldentum ("Erlöser-Phantasie") ein Monopol auf die
Prozessverantwortung zu beanspruchen und eifersüchtig darüber zu
wachen, dass niemand sonst auf den Ablauf Einfluss nimmt. Die Gruppe
– das heißt, jeder einzelne Teilnehmer – hat durchaus eine Mitverantwortung
für den Verlauf: "Wo immer sich in einer Gruppe nur einer dafür
verantwortlich fühlt, dass etwas Gutes herauskommt, dort ist der
Misserfolg sicher." Auch dem besten Moderator kann es passieren,
dass er mal etwas übersieht, falsch einschätzt oder auf ungeeignete
Weise interveniert. Und dann ist es besser, dass Teilnehmer konstruktiv
aktiv werden, als wenn alle vorwurfsvoll zum Moderator schauen und
der Fehlentwicklung tatenlos zusehen.
|
|
Auch der beste Moderator
kann Fehler machen
|
|
|
Zwischen Arbeitsklima und Arbeitsfortschritt besteht eine Wechselwirkung:
Fortschritt in der Sache ist nur möglich auf der Basis eines tragfähigen
zwischenmenschlichen Klimas.
Auf der anderen Seite wird die Stimmung nur gut bleiben, wenn bei
der Zusammenarbeit auch etwas heraus kommt eine "nette Atmosphäre"
oder eine "lockere Stimmung" genügt auf die Dauer nicht. Denn die
Leute haben ja auch noch andere Dinge zu tun wenn sie das
Gefühl bekommen, dass sie hier nur ihre Zeit verlieren, während
anderswo die Arbeit wartet, ist für die meisten bald "Schluss mit
lustig".
|
|
|
© 2001 Winfried Berner – vollständige oder auszugsweise Wiedergabe, gleich in welcher Form, honorarpflichtig und nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung / Zitate im üblichen Umfang mit Quellenangabe gemäß wiss. Zitationsregeln zulässig. Näheres siehe Nutzungsbedingungen.
Verwandte Themen:
Interventionsformen
Fairness
Workshops
Arbeitsgruppen
Praktische Tipps für erfolgreiche
Gruppenarbeiten
 |
|
| |
|
|