Die Umsetzungsberatung

Die Psychologie der Veränderung






Winfried Berner:
"CHANGE!" (Erweit. Neuauflage)

20 Fallstudien zu Sanierung, Turnaround, Prozessoptimierung, Reorganisation und Kulturveränderung

Change! - 20 Fallstudien zu Sanierung, Turnaround, Prozessoptimierung, Reorganisation und Kulturveränderung

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NEU: Winfried Berner, Regula Hagenhoff, Th. Vetter, M. Führing
"Ermutigende Führung"

Für eine Kultur des Wachstums

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Winfried Berner:
Culture Change

Unternehmenskultur als Wettbewerbsvorteil

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Winfried Berner:
"Bleiben oder Gehen"

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Emotionen: Motoren unseres Handelns – Quell unserer Ausreden

 

Wir leben in einer Zeit der zunehmenden Glorifizierung des Irrationalen. Nachdem sich immer deutlicher zeigt, dass das analytische Denken die großen und kleinen Probleme der Menschheit nicht (alleine) lösen kann, schwingt das Pendel nun in die Gegenrichtung aus, und wir erleben eine Hinwendung zu Gefühlen, Intuition und dem Unbewussten als vermeintlich unfehlbaren Ratgebern. Da diese Umorientierung jedoch von den gleichen irrationalen Hoffnungen gespeist ist wie zuvor unsere (ebenfalls irrationale!) Verstandes- und Wissenschaftsgläubigkeit, lässt sich eine abermalige Enttäuschung risikolos vorhersagen. Das heißt keineswegs, dass eine stärkere Beachtung der Gefühle verkehrt wäre – aber es heißt, dass wir uns falsche Hoffnungen und unnötige Enttäuschungen ersparen können, wenn wir die wahre Bedeutung und Rolle der Gefühle verstehen.

  • Untrügliche Ratgeber?
  • Viele Menschen sehen Emotionen als ein geheimnisvolles und irgendwie rätselhaftes Naturereignis an: Sie scheinen ohne unser aktives Zutun in uns aufzusteigen und ungefragt darüber zu bestimmen, wie es uns geht: Wir sind begeistert, uns packt die Wut, wir sind verliebt oder stinksauer, wir haben Angst oder Liebeskummer, etwas freut uns, wir sind zutiefst traurig ... Zwar kennt die deutsche Sprache auch andere Formulierungen: Wir ärgern uns, wir freuen uns, wir machen uns Sorgen – das hört sich beinahe so an, als ob wir selbst aktiv etwas täten. Denn in dem Satz "Ich ärgere mich" bin ja ganz eindeutig "ich" das Subjekt, also die handelnde Person. Sollte das etwa heißen, dass ich mich selbst ärgere oder mir meine Sorgen selbst mache? Über solche semantischen Irritationen sehen wir lieber hinweg: Zu den unhinterfragten Selbstverständlichkeiten unseres Denkens zählt, dass wir Gefühle "haben" – so als ob eine rätselhafte Macht außerhalb unserer selbst uns aus unerfindlichen Gründen irgendwelche Gefühle eingäbe, für die wir nichts können und mit deren Ursprung wir nichts zu tun haben. Und dass wir sie keineswegs aktiv (und etwa gar zielgerichtet) erzeugen.

  • Geheimnisvolles Naturereignis?
  • Tatsächlich sind die meisten Menschen zutiefst davon überzeugt, nicht verantwortlich für ihre Gefühle zu sein – auch wenn sie vielleicht versuchen sollten, sie zu "beherrschen". Dieser Glaube an die Übermacht der Gefühle spiegelt sich sogar in unserem Strafrecht wider: Auf Totschlag im Affekt gibt es nach dem Paragraphen 213 des Strafgesetzbuchs einen beträchtlichen Rabatt gegenüber einem "normalen" Mord oder Totschlag. Da die Folgen für das Opfer ja nicht geringer sind, kann die ethische Rechtfertigung für solch einen Strafnachlass nur in der Annahme begründet sein, dass der Täter zum Tatzeitpunkt nicht Herr seiner selbst war, weil er, vielleicht provoziert durch sein späteres Opfer oder durch sein eigenes Unbewusstes, von einer Aufwallung seiner Gefühle "auf der Stelle zur Tat hingerissen" wurde. So plausibel es klingen mag, dass unsere Gefühle uns "übermannen" können – ist es nicht ein seltsamer Gedanke, dass unsere Emotionen zuweilen einen Putsch gegen unsere Selbstbestimmung durchführten, gewissermaßen eine "feindliche Übernahme unserer Persönlichkeit"? Wenn wir hier nicht den Einfluss finsterer Mächte unterstellen wollen, stellt sich doch zwangsläufig die Frage, wer unsere Gefühle eigentlich steuert und auf welche Weise.

  • "Feindliche Übernahme" unserer Persönlichkeit?
  • Der Sinn und Zweck von Emotionen

     

    Wenn wir die Emotionen besser verstehen wollen, ist es sinnvoll, uns zunächst einmal die Frage zu stellen, zu welchem Zweck uns die Natur überhaupt mit der Fähigkeit ausgestattet hat, Gefühle zu empfinden. Vermutlich hat sie dies ja nicht bloß deshalb getan, um etwas Abwechslung in unseren grauen Alltag zu bringen – auch wenn Emotionen dies zweifellos gewährleisten. Der Umfang und die hochdifferenzierte Ausgestaltung unseres Emotionssystems sprechen dafür, dass die Gefühle im Laufe der Evolution eine lebenswichtige Rolle gespielt haben und dies auch heute noch tun. Für deren feste Verwurzelung in der Entwicklungsgeschichte spricht, dass offenbar auch Tiere Emotionen haben. Zwar können sie sie uns nicht beschreiben, doch sie produzieren die gleichen Hormone und reagieren auf diese Hormonausschüttungen in eienr für uns nachvollziehbaren Weise. Es ist daher keine unzulässige "Vermenschlichung", wenn wir die Angst einer flüchtenden Maus vor der Katze oder die Freude eines schwanzwedelnden Hundes nachempfinden können: Das sind wohl tatsächlich ähnliche Emotionen.

  • Gefühle und Evolution
  • Diesen ganzen Aufwand hätte die Natur nicht getrieben, wenn er nicht für etwas gut wäre. Und wenn unsere die Fähigkeit, Gefühle zu empfinden, nur ein Relikt aus der Entwicklungsgeschichte wäre, hätte sie sich im Laufe der Evolution zurückgebildet wie etwa unser Geruchssinn. Stattdessen ist jedoch das genaue Gegenteil eingetreten: Das menschliche Gefühlsrepertoire ist offenbar weit differenzierter als das unserer tierischen Verwandtschaft. Beispielsweise zeigen neueste Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung, dass Menschenaffen zwar im Kern ein ganz ähnliches Emotionssystem zu haben wie wir Menschen, dass sie aber offenbar nicht dazu in der Lage sind, bestimmte komplexe Gefühle – wie zum Beispiel ein Gerechtigkeitsgefühl oder auch subtile Bosheit – zu empfinden. Daraus lässt sich nur der Schluss ziehen, dass Gefühle für uns Menschen noch wichtiger sind als für sozial lebende Tiere.

  • Ein höchst differenziertes System
  • Aber was ist der Zweck, der biologische Nutzen der Übung? Auf welche Weise trägt unsere Fähigkeit, Gefühle zu empfinden, zur "Erhaltung der Art" bei, oder genauer: zur Lebenstauglichkeit des Individuums? Die Antwort ist: Gefühle sind das Bindeglied zwischen unserer Wahrnehmung und unserem Handeln. Sie sind der "Treibriemen", mit dem unser Ich unseren Körper in Gang bringt. Die bloße Wahrnehmung der Realität liefert uns keinen Antrieb: Die rein analytische Erkenntnis, dass ein Lastwagen direkt auf uns zukommt, löst keine Energie aus, etwas zu unternehmen, und selbst die Prognose, dass er uns in wenigen Sekunden überrollen wird und dass uns dies wahrscheinlich nicht gut bekommen wird, ist erst dann ein Grund, zu handeln, wenn die Bewertung dazu kommt: NEIN, DAS WILL ICH NICHT! Erst diese Bewertung ist es, die das Gefühl der Angst in uns auslöst, und die dadurch aktivierte Körperchemie macht uns innerhalb von Sekundenbruchteilen erstens körperlich maximal leistungsfähig und zweitens sehr zielgerichtet: Nichts wie weg! Nicht die Erkenntnis wirkt als Richtungsgeber und Energiequelle für unser Handeln, sondern unsere Beurteilung der Situation und die daraus entstehende Angst.

  • Treibriemen zwischen "Ich" und Körper
  • Emotionen mobilisieren und lenken unsere Energie

     

    In ähnlicher Weise versorgen uns auch andere Emotionen mit einer Zielrichtung und der nötigen Energie: Wenn wir nach langer Zeit einen guten Freund wiedersehen, dann bewirkt die Wiedersehensfreude nicht nur, dass wir ihn freudig in die Arme schließen, sondern auch, dass wir unsere gesamte Aufmerksamkeit auf ihn konzentrieren und die Begegnung so angenehm wie möglich gestalten. Im Gegensatz dazu motiviert uns Wut dazu, mit voller Kraft körperlich oder verbal auf denjenigen loszugehen, der uns geärgert hat. Das Hungergefühl treibt uns dazu, unsere laufenden Aktivitäten zu unterbrechen und uns auf die Suche nach etwas Essbarem zu machen. Ekel und Abscheu veranlassen uns, uns von dem Objekt abzuwenden, das diese Empfindung in uns ausgelöst hat. Wenn es eine verdorbene Speise war, ist der Ekel möglicherweise so stark, dass wir uns erbrechen – wodurch der Organismus aufgenommene Schadstoffe so rasch wie möglich wieder loswird. Verunsicherung bewirkt, dass wir nicht weitermachen wie bisher, sondern erst einmal nach Orientierung suchen. Trotz motiviert uns dazu, dass wir uns energisch gegen den Versuch wehren, uns in eine bestimmte Richtung zu drängen. Körperlicher Schmerz hält uns davon ab, das verletzte Körperteil noch weiter zu strapazieren. Mit Trauer signalisieren wir der Umgebung, dass wir Trost und Zuwendung brauchen; Mitgefühl veranlasst uns, uns Menschen zuzuwenden, denen es erkennbar schlecht geht. Eifersucht treibt uns dazu, Rivalen zu attackieren und nach Möglichkeit zu vertreiben.

  • Richtungsgeber und Energiequelle
  • Halten wir fest: Der evolutionäre Nutzen der Emotionen besteht darin, dass sie unseren Körper dazu veranlassen, gemäß unserer Wahrnehmung und Bewertung zu agieren. Sie geben unserem Handeln eine klare Ausrichtung, mobilisieren die erforderliche Energie und machen unsere Reaktion auf diese Weise entschiedener, wirksamer und erfolgreicher.

  • Fokus und Kraft
  • In diesem Sinne sind Emotionen tatsächlich (beinahe) unfehlbar: Die Evolution hat über Hunderttausende von Jahren an der Feinabstimmung unseres Gefühlslebens gearbeitet, um sicherzustellen, es uns in jeder Situation Reaktionsmuster nahelegt, die die besten Chancen bieten, die jeweilige Herausforderung erfolgreich zu bewältigen – und so unsere Chancen zu verbessern, unsere Gene an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben. Zu kleineren Pannen kann es dennoch kommen. Womit die Evolution beispielsweise nicht rechnen konnte, ist, dass wir – und insbesondere die männliche Hälfte unserer Spezies – unsere Rangkämpfe nicht bloß über verhältnismäßig ungefährliche Wirtshausrangeleien und Wortgefechte austragen würden, sondern auch dann, wenn die Rivalen auf der Autobahn von anderthalb Tonnen hochbeschleunigtem Blech umgeben sind. Die vier Generationen, welche die Evolution seit Erfindung des Autos Zeit hatte, waren offensichtlich noch nicht Zeit genug, um uns solch gefährliche Dummheiten durch die Mechanismen von Mutation und Selektion abzugewöhnen. (Wobei man fairerweise hinzufügen muss, dass das Wirken der Selektion hier auch durch die Fortschritte der Kraftfahrzeugtechnik sowie der Unfallchirurgie gebremst wird.)

  • Gefühle sind (beinahe) unfehlbar
  • Was hingegen keineswegs unfehlbar, sondern im Gegenteil äußerst fehleranfällig ist, sind jene Mechanismen, die unsere Gefühle auslösen: unsere Meinungen, Überzeugungen und Bewertungen.

  • ... aber unsere Gedanken nicht
  • Nicht Tatsachen lösen Gefühle aus, sondern Gedanken

     

    Denn nicht Tatsachen lösen Emotionen aus, sondern unsere Interpretation und Bewertungen dieser Tatsachen. So ist es nicht der heranrasende Lastwagen, der unsere Angst auslöst, und auch nicht die erwartete Kollision, sondern unsere Bewertung, dass uns das schlecht bekommen würde und daher nach Möglichkeit vermieden werden sollte. Das klingt nach Haarspalterei, denn bei einem heranrasenden Lastwagen kommt es auf das Gleiche heraus; hier würden wahrscheinlich die meisten Menschen zu der gleichen Bewertung und damit auch zu den gleichen Emotionen kommen. Dass die Bewertung dennoch eine Schlüsselrolle spielt, wird deutlich, wenn Sie sich statt des Lastwagens einen mittelgroßen Hund vorstellen, der laut bellend auf Sie zuläuft. Was ein erfahrener Hundeliebhaber als erfreuliche Abwechslung, jedenfalls aber als ziemlich harmlose Situation empfinden wird, kann bei einem Menschen, der kürzlich erst von einem gleich aussehenden Hund gebissen wurden, eine Panikattacke auslösen.

  • Schlüsselrolle der Bewertung
  • Wie ist es möglich, dass ein- und derselbe Hund zwei völlig unterschiedliche Gefühle auslöst? Die einzig mögliche Erklärung dafür ist: Nicht der Hund selbst löst die Emotionen aus und auch nicht dessen Abbild auf unserer Retina, sondern unsere Deutung des Geschehens, das heißt, unsere Beurteilung, ob das Herannahen des Hundes für uns eine gute, eine schlechte oder eine belanglose Nachricht ist. Wer den Hund "süß" findet, wird völlig andere Gefühle entwickeln als der, der seine Zähne schon in seinem Bein spürt. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die Bewertung durchaus auch im Falle des Lastwagens eine Rolle spielt: Wenn Sie zufällig ein durchtrainierter Stuntman sind, der besonderen Spaß an spektakulären Stunts mit Lkws hat, werden Sie dessen Herannahen weit weniger bedrohlich finden als wenn Sie übergewichtig und unbeweglich sind – oder wenn Sie derselbe Stuntman sind, aber wegen eines Drehunfalls in der letzten Woche mit eingegipsten Beinen im Rollstuhl sitzen.

  • Gut, schlecht oder neutral?
  • Das gibt uns Hinweise, welche Faktoren Einfluss auf unsere Bewertung haben: Die unterschiedlichen Reaktionen auf den gleichen Hund zeigen, dass unsere Vorerfahrungen mit vergleichbaren Lebenssituationen eine wichtige Rolle spielen, vor allem aber die Meinungen und Überzeugungen, die wir aus diesen Erfahrungen abgeleitet haben. Das wird noch verstärkt dadurch, dass diese Meinungen in unserer subjektiven Realität für uns keine bloße Meinungen sind, sondern gesichertes Wissen: Es ist unsere "Lebenserfahrung", dass Hunde genau so sind wie sie (aus unserer Sicht) sind. Niemand hat diese Verobjektivierung subjektiver Überzeugungen besser auf den Punkt gebracht als der Kabarettist Hanns-Dieter Hüsch: "Realisten sind Menschen, die die Dinge so sehen, wie sie sie sehen." Das gilt ähnlich für alle Emotionen: Wer zum Beispiel die Überzeugung gewonnen hat, dass sein Mitgefühl des Öfteren ausgenutzt wurde, wird auf Signale von Schmerz und Trauer emotional (!) sehr viel skeptischer und distanzierter reagieren als jemand, der sie unbezweifelbar für echt hält – oder weniger Sorge hat, ausgenützt zu werden.

  • Bewertungen und Überzeugungen
  • Aus dem Beispiel mit dem Lastwagen lässt sich ersehen, dass das Selbstbild, die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und das Vertrauen, die aktuelle Situation bewältigen zu können, von zentraler Bedeutung für die entstehende Gefühlslage sind. Naheliegend, aber auch bemerkenswert ist, dass der Stuntman völlig unterschiedliche Gefühle entwickelt, je nachdem, ob er voll fit ist oder im Rollstuhl sitzt. Das liegt nicht daran, dass Rollstuhlsitzen ängstlich macht, sondern an seiner nüchternen Einschätzung, dass es mit eingegipsten Beinen schwierig ist, schnell auszuweichen. Das Selbstvertrauen und der persönliche Mut spielen für das Gefühl der Angst eine besondere Rolle, weil Mut ja das emotionale Gegenstück zur Angst ist. Doch das Selbstbild und der Lebensmut eines Menschen sowie sein Bild von anderen Menschen beeinflussen auch alle anderen sozialen Gefühle.

  • Selbstvertrauen und "Lebensmut"
  • So wird ein Mensch, der seine Mitmenschen hauptsächlich als Konkurrenten und Gegner sieht, sämtliche Verhaltensweisen dieser Mitmenschen mit einem Grundgefühl von Skepsis und Misstrauen betrachten und aufgrund dieser "vorgefassten Meinung" sehr selten positive Gefühle gegenüber anderen Menschen empfinden. Tendenziell wird er die Freundlichkeit und Zuwendung anderer Menschen nur als manipulativen Trick empfinden, der ihn zu einem vertrauensseligen Verhalten verleiten soll. Und er wird eine grimmige Zufriedenheit empfinden, wenn diese Leute irgendwann doch "ihr wahres Gesicht zeigen" – und damit sein Menschenbild "bestätigen". Umgekehrt wird ein geselliger, optimistischer Mensch viel stärker dazu neigen, anderen Menschen positive Gefühle wie Interesse, Zugewandtheit und Hilfsbereitschaft entgegenzubringen – und sein Menschenbild ebenfalls bestätigt finden, wenn nicht alle, aber doch die meisten Menschen auf seine freundliche Zuwendung ihrerseits freundlich und zugewandt reagieren.

  • Einfluss des eigenen Menschenbilds
  • Unsere Überzeugungen steuern unsere Gefühle

     

    Wie die Beispiele zeigen, haben wir sehr viel mehr Einfluss auf unsere Gefühle als uns normalerweise bewusst ist. Doch wir üben diesen Einfluss nicht direkt aus, sondern auf dem Umweg über unsere Bewertungen, Meinungen und Überzeugungen. Deshalb ist uns in aller Regel nicht bewusst, dass wir über unser Selbstbild ("So bin ich"), unser Menschenbild ("So sind die Menschen") und unser Weltbild ("So ist das Leben") zwangsläufig und unmittelbar auch unsere Gefühlslage steuern. Das darf man sich übrigens nicht als bewussten Denkprozess vorstellen: Wir "wissen" ja alle seit langen Jahren, wie wir selbst sind und wie die anderen sind. Deshalb brauchen wir im Alltag nicht lange nachzudenken, sondern wir "wissen" zum Beispiel im Angesicht einer neuen Aufgabe sofort und intuitiv entweder: "Das schaffe ich nie!" oder: "Kein Problem!" oder auch: "Da muss ich aufpassen, aber dann kriege ich das schon hin!" Je nachdem, wie unsere spontane und weitgehend intuitive Bewertung ausfällt, mobilisieren wir schlagartig auch die entsprechenden Gefühle: Von Angst und Resignation über lockere Gelassenheit bis hin zu gespannter Aufmerksamkeit.

  • Selbstbild, Menschenbild und Weltbild
  • Das gilt für alle Emotionen, selbst für jene simplen Empfindungen, mit denen sich unsere physiologischen Grundbedürfnisse bemerkbar machen, wie etwa das Durst- oder das Hungergefühl. Hunger zum Beispiel wird zwar durch einen einfachen physiologischen Regelmechanismus ausgelöst, nämlich durch ein Absinken unseres Blutzuckerspiegels – und sein evolutionärer Sinn ist offensichtlich. Doch unsere Gedanken bestimmen, wie es nach der Wahrnehmung des Hungergefühls weitergeht: Es gibt Menschen, die, sobald sie einen Anflug von Hunger empfinden, an nichts anderes mehr denken können bzw. wollen, sondern sich geradezu panisch auf die Suche nach Essen machen: "Ich muss jetzt unbedingt etwas essen, sonst kippe ich um!" Durch diese starke Hinwendung zu ihrer Befindlichkeit und ihr "Katastrophisieren" verstärken sie ihr Hungergefühl beträchtlich – was sie wiederum in ihrer Überzeugung bestätigt, dass schreckliche Dinge passieren werden, wenn sie nicht sofort etwas zu essen bekommen. Andere erleben beim Absinken des Blutzuckerspiegels zwar die gleiche "Leere in der Magengrube", aber sie nehmen sie nicht so wichtig, sondern sie machen sich dazu andere Gedanken: "Aha, ich bekomme allmählich Hunger. Gut, dass es in anderthalb Stunden etwas zu essen gibt!" Dann wenden sich wieder anderen Dingen zu. Ein Kollege tritt in ernsten Fällen sogar in Dialog mit seinem Magen und sagt ihm: "Du brauchst dich gar nicht so anzustellen: Es gibt jetzt nichts!" Und schwört, dass das wunderbar hilft.

  • Zwischen Dramatisieren und Abwiegeln
  • Insofern ist die wachsende Tendenz, dass Menschen heutzutage allüberall mit Trinkflaschen und Lebensmittelvorräten unterwegs sind, durchaus Ausdruck einer dramatisierenden Überbewertung unserer momentanen Befindlichkeiten: Charakteristisch für eine verwöhnte Gesellschaft, deren meiste Mitglieder sich keinen Bedürfnisaufschub mehr zutrauen. Das hat nichts damit zu tun, Härte zu predigen, unsensibel zu sein oder Gefühle nicht wahrnehmen zu wollen. Doch wenn Mütter kaum noch einen Schritt aus dem Haus wagen, ohne einen Getränkevorrat für ihre lieben Kleinen dabei zu haben, wenn der klagende Ausruf "Mami, ich hab Hunger!" ausreicht, um die ganze Wochenendplanung über den Haufen zu werfen, dann wird diesen Befindlichkeiten eine Bedeutung beigemessen, die ihnen nicht zukommt bzw. im Sinne eines vernünftigen Miteinander nicht zukommen sollte. Verwöhnung entmutigt Kinder: Sie bewirkt, dass sie sich nicht mehr zutrauen, auch nur geringe "Störgefühle" ertragen zu können – und diese Überzeugung nehmen sie natürlich auch in ihr späteres Leben mit. So sind diese frühen Erfahrungen ein Beispiel, wie unsere Überzeugungen als Erwachsene entstehen – und damit auch unsere Gefühle.

  • Auswirkungen von Verwöhnung
  • Falsche Meinung – falsches Gefühl – falsches Handeln

     

    Wenn es aber zutrifft, dass Gefühle die unmittelbare Folge unserer Gedanken, Meinungen und Überzeugungen sind, dann ist es nicht nur zulässig, sondern zwingend erforderlich, sich die Frage zu stellen, wie angemessen diese Gedanken, Meinungen und Überzeugungen eigentlich sind. Denn wenn es richtig ist, dass uns falsche Meinungen zu unangemessenen Gefühlen und auf diesem Weg zu falschen Handlungen (ver)leiten, dann ist es riskant und schädlich, falsche (oder auch nur unzweckmäßige) Gedanken, Meinungen und Überzeugungen zu hegen. Das gilt für die Meinung, ein bisschen Hunger oder Durst nicht aushalten zu können, ebenso wie für die Meinungen, mit denen wir anderen Menschen begegnen.

  • Schlüsselrolle der Meinungen
  • Das ist übrigens kein neuer Gedanke. Schon vor 130 Jahren hat der englische Mathematiker und Philosoph William Kingdon Clifford (1845 - 1879) postuliert, dass wir nicht nur für unsere Taten verantwortlich sind, sondern auch für unsere Gedanken: "Kein Mangel an geistiger Bildung, keine Niedrigkeit des Standes entbindet von der allgemeinen Pflicht, alles, was wir glauben, zu untersuchen. (...) In Summa: Es ist immer, überall und für jeden schlecht, irgend etwas auf ungenügende Beweise hin für wahr zu halten." (The Ethics of Belief, 1876; zitiert nach DeMarco / Lister: Bärentango)

  • Verantwortung für unsere Überzeugungen
  • Die Frage nach der "Angemessenheit" unserer Gedanken, Meinungen und Überzeugungen betrifft aber nicht nur ihren Wahrheitsgehalt. Spätestens seit dem alten Sokrates wissen wir ja, dass der menschlichen Fähigkeit, die Wahrheit zu erkennen, enge Grenzen gesetzt sind. Infolgedessen kann man ebenso lange wie ergebnislos darüber streiten, wie das "wahre" Wesen des Menschen ist, und Menschen mit einem pessimistischen Menschenbild können ebenso viele und gute Gründe für ihre Sichtweise anführen wie Menschen mit einem optimistischen für die ihre. Sicher ist jedoch, dass diejenigen, die mit einem positiven Menschenbild an ihre Umgebung herangehen, andere Reaktionen in ihrer Umgebung auslösen als diejenigen, die ihren Mitmenschen misstrauisch und mit negativen Erwartungen begegnen: Beide machen damit eine sich selbst erfüllende Prophezeiung: Sie lösen bei ihren Mitmenschen ziemlich genau das von ihnen erwartete Echo aus. In diesem Sinne machen wir unsere Erfahrungen – buchstäblich selbst.

  • Angemessenheit unserer Meinungen
  • Man kann und darf also durchaus fragen: Wenn Sie wählen könnten, ob ihnen die Mitmenschen freundlich oder misstrauisch begegnen, welche Reaktion der Umgebung wäre Ihnen lieber? Neben die Frage, welche Sichtweise wahr ist, tritt damit die Frage, welche Sichtweise nützlich und förderlich ist: Helfen uns unsere Gedanken und Bewertungen weiter oder führen sie zu Gefühlen, Handlungen und Reaktionen, die uns das Leben zusätzlich schwer machen? Dabei stehen Nützlichkeit und Wahrheit nur in einem leichten Spannungsverhältnis: Eine Annahme, die grob falsch ist, kann auch kaum nützlich sein. Von zwei möglichen Betrachtungsweisen kann aber sehr wohl die eine deutlich förderlicher sein als die andere.

  • Die Nützlichkeit von Gedanken
  • Der Individualpsychologe Theo Schoenaker erzählt in diesem Zusammenhang gern die Geschichte von den beiden Hunden, die nach China reisten, um dort den berühmten "Tempel der Tausend Spiegel" zu besichtigen. Der eine war ein fröhlicher, optimistischer kleiner Hund, der, kaum angekommen, mit freundlichem Schwanzwedeln in den Tempel hineinlief, vergnügt bellte, als er die vielen anderen Hunde sah, und von ihnen ebenfalls schwanzwedelnd und mit freundlichem Gebell begrüßt wurde. Als er den Tempel nach einer Weile wieder verließ, war er sehr erfreut und zufrieden darüber, wie viele nette Hunde es doch auf dieser Welt gibt. Sein Reisegefährte hatte so lange misstrauisch draußen gewartet. Doch als er sah, wie vergnügt sein Kollege zurückkam, fasste er sich ein Herz und beschloss, ebenfalls einen Blick in den Tempel zu werfen. Doch er nahm sich in Acht: All seine Lebenserfahrung sagte ihm, dass man von anderen Hunden nichts Positives erwarten darf. Also ging er mit drohend gefletschten Zähnen hinein – und erschrak zu Tode, als ihn dort unzählige Hunde gefährlich anbleckten. Um sie auf Distanz zu halten, begann er sofort, heftig und drohend zu bellen, und erschrak noch mehr, als all die Hunde ebenso aggressiv zurückbellten. Fluchtartig verließ er den Tempel und dachte bei sich: "Ich habe es doch gleich gewusst: Diesen Hunden ist nicht zu trauen!"

  • Schoenakers "Tempel der Tausend Spiegel"
  • Unterschiedliche Arten und Typen von Gefühlen

     

    Angesichts der Vielzahl und Komplexität möglicher Gefühle liegt der Wunsch nahe, ein bisschen Ordnung in das "Gefühlschaos" zu bringen. (Wobei das Bedürfnis nach Ordnung und Systematik streng genommen "auch nur ein Gefühl" ist.) Aber das ist gar nicht so einfach, denn erstens gibt es, wenn man einmal aufzulisten beginnt, sehr viele Gefühle, und zweitens sind die meisten Gefühle, die wir im Alltag empfinden, "gemischte Gefühle": Wenn uns zum Beispiel ein Freund auf der Straße begegnet, den wir lange nicht gesehen haben, dann ist unser Gefühl wahrscheinlich keine reine Freude, sondern in die Freude mischt sich zum Beispiel ein Schuss Neugier, wie es ihm den in letzter Zeit ergangen und was aus seiner schwierigen Beziehung geworden ist; außerdem mag ein Gefühl von Anspannung dazu kommen, weil uns bewusst ist, dass wir "eigentlich" in einer halben Stunde einen Termin haben. Doch selbst wenn wir uns auf "reine" Gefühle (oder "Grundgefühle") beschränken, bleibt die Lage unübersichtlich. Der Psychologe Wolfgang Rost zählt in seinem großen Buch "Emotionen" weit über 50 "Gefühle und Empfindungen" auf, und das, obwohl er dabei manche, die man durchaus trennen könnte (wie "Abneigung, Ekel und Verachtung"), schon gebündelt hat, und andere, wie zum Beispiel das Gefühl der Verlorenheit, der Bosheit oder auch das Minderwertigkeitsgefühl, gar nicht erwähnt (Rost, S. 30).

  • Sehr viele und "gemischte" Gefühle
  • Weil es uns aber nicht weiterhilft, 50, 70 oder 120 verschiedene Gefühle aufzulisten, stellt sich die Frage nach einem Ordnungssystem. Da ist es schlüssig, zuerst einmal körperliche und körpernahe Gefühle zusammenzunehmen, von Hunger und Durst über Harn- und Stuhldrang bis zu (körperlichem) Schmerz. Rost bezeichnet diese Kategorie von Gefühlen als "Empfindungen". Gemeinsam ist ihnen, dass sie direkt durch körperliche Rezeptoren ausgelöst werden, auch wenn unsere Gedanken und Bewertungen sie, wie wir am Beispiel des Hungers gesehen haben, vergrößern und verkleinern, verharmlosen oder dramatisieren können. Deutlich stärker wird die Rolle unserer (bewussten und unbewussten) Gedanken, wenn es um "antizipative Gefühle" geht, das heißt um Gefühle, die aus Erwartungen entstehen – wie etwa, die Angst, verletzt oder getötet zu werden oder hungern oder dursten zu müssen, aber auch die Hoffnung, etwas erreichen zu können, was uns anstrebenswert erscheint, gleich ob es etwas zu essen ist, ein attraktiver Partner oder das Erklimmen eines Aussichtspunktes. Noch mehr ein Produkt unserer Innenwelt sind jene Gefühle, die unserer geistigen (manche würden auch sagen: spirituellen) Sphäre zuzuordnen sind – von Musikempfinden über ein Gefühl von Naturverbundenheit bis hin zu religiösen Gefühlen.

  • Empfindungen, Antizipation und "geistige Gefühle"
  • Eine sehr große und komplexe Gruppe bilden schließlich die sozialen Gefühle, also die, die sich auf unsere Beziehungen zu anderen Menschen beziehen und dazu beitragen, diese Beziehungen zu gestalten. Wenn es überhaupt einen Sinn hat, zwischen "Gefühlen" und "Emotionen" zu unterscheiden, dann wohl den, den Begriff Emotionen nur auf die sozialen Gefühle zu beziehen – wodurch "Gefühle" zum allgemeineren Oberbegriff würde. Allerdings sind das real keine getrennten Welten, denn die Evolution hat bei den "Emotionen" sparsamerweise oft auf Gefühle zurückgegriffen, die sie schon an anderer Stelle bewährt hatten, wie etwa bei der Angst, der Freude und dem Ekel. Dennoch unterscheiden sich die sozialen Gefühle insofern von allen anderen Gefühlen, als sie nicht nur uns selber in Gang bringen, sondern auch Einfluss auf unsere (soziale) Umgebung nehmen. Denn während es einem Abgrund egal ist, ob ich mich vor ihm fürchte, kann dies das Verhalten einen Menschen durchaus beeinflussen und ihn zum Beispiel dazu veranlassen, mich zu beruhigen – oder auch, mich anzugreifen. Deshalb kommen bei den sozialen Gefühlen ganz neue Dimensionen hinzu, nämlich zum einen die Fähigkeit, Gefühle zu lesen, richtig zu deuten und "angemessen" darauf zu reagieren, zum anderen die Fähigkeit, Gefühle wirksam auszudrücken und so die Umgebung im eigenen Sinne zu beeinflussen.

  • Soziale Gefühle (= Emotionen im engeren Sinne)
  • Der renommierte amerikanische Emotionsforscher Carroll E. Izard kommt in seinem großen Werk "Die Emotionen des Menschen" zu dem Ergebnis, dass es zehn "fundamentale Emotionen" gibt:
    1. Interesse / Erregung
    2. Freude / Vergnügen
    3. Überraschung / Schreck
    4. Kummer / Schmerz
    5. Zorn / Wut
    6. Ekel / Abscheu
    7. Geringschätzung / Verachtung
    8. Furcht / Entsetzen
    9. Scham / Schüchternheit
    10. Schuldgefühl
  • Fundamentale Emotionen und ihr (Gesichts-) Ausdruck
  • Dazu kommen beinahe beliebige Kombinationen von Affekten, wobei Izard auch viele Emotionen, die wir gemeinhin als "reine" Emotionen ansehen würden, wie zum Beispiel Angst, Liebe und Feindseligkeit, gut begründet als komplexe Kompositionen von Emotionen versteht. Izards noch berühmterer Studienkollege Paul Ekman hat schon in den sechziger und siebziger Jahren den Nachweis erbracht, dass der (Gesichts-)Ausdruck der meisten dieser Emotionen über alle Länder- und Kulturgrenzen verstanden wird, selbst bei Naturvölkern, die bis dahin keinerlei Kontakt zur westlichen Kultur hatten. Was nichts anderes bedeutet als dass diese Gefühle mindestens so alt sein müssen wie die Menschheit.

  • Unendlich viele Mischformen
  • Für praktische Zwecke stößt diese Einteilung dennoch an ihre Grenzen, zumal sie viele Gefühle nicht abdeckt, die für das menschliche Zusammenleben und insbesondere für Veränderungsprozesse wichtig sind, wie zum Beispiel die Reaktanz oder das Minderwertigkeitsgefühl. Sehr viel schlichter und dennoch weitaus nützlicher ist eine Unterscheidung, die auf den Begründer der Individualpsychologie Alfred Adler (1870 – 1937) zurückgeht. Er unterschied schon 1927 zwischen "trennenden Affekten" (Zorn, Trauer, Ekel, Angst) und "verbindenden Affekten" (Freude, Zuneigung, Mitleid, Einfühlung). Dazu erläutern Dinkmeyer und Dreikurs: "Temperamentsausbrüche zum Beispiel sind meist nur Versuche, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen oder Macht auszuüben. Wenn ein Gefühlsausbruch Erfolg haben soll, muss ein Publikum vorhanden sein. (...) Mit dem Zorngefühl widersetzt sich der Mensch, er versucht, zu dominieren oder zu verletzen und zu vergelten. Ein Mensch, der als Empfindung Zorn 'gebraucht', glaubt, dass alles nach seinem Willen gehen müsse, und hofft auf einen Sieg durch Zwang." (Ermutigung als Lernhilfe, S. 40)

  • Trennende und verbindende Emotionen
  • "Um Zweck und Bedeutung von Gefühlen richtig zu deuten, muss man sie in ihrem sozialen Kontext sehen", schreiben die gleichen Autoren: "Schon verhältnismäßig früh lernt das Kind, seine Gefühle zu seinem Vorteil zu nützen (...) Sie sind nicht so sehr Triebkräfte wie Werkzeuge, die das Kind [bzw. der Mensch generell] zur Erreichung seiner Ziele einsetzt." (S. 41) Genauso sieht es auch Alfred Adler: "Die Affekte (...) sind keine rätselhaften, undeutbaren Erscheinungen; sie treten immer dort auf, wo sie einen Sinn haben, wo sie der Lebensmethode, der Leitlinie eines Menschen entsprechen. Sie haben zum Ziel, eine Änderung herbeizuführen, um die Situation eines Menschen zu seinen Gunsten zu ändern." (Menschenkenntnis, S. 232)

  • Taktischer Einsatz von Gefühlen
  • Gefühle als Alibi

     

    Als einziges Wesen auf der Erde ist der Mensch dazu in der Lage, seine Gefühle zu reflektieren. Das bedeutet zugleich, dass wir als Einzige dazu in der Lage sind, uns falsche und richtige, förderliche und kontraproduktive Gedanken über unsere Gefühle zu machen – und unsere Gefühle damit zu beeinflussen! Ein Paradebeispiel ist die eingangs erwähnte Überzeugung, dass wir Menschen nicht Herren unserer Gefühle seien, sondern dass die Gefühle in geheimnisvoller Weise über uns kämen und so unser Handeln und unser Schicksal bestimmten ("Die Liebe ist eine Himmelsmacht"). Dieses Denkmodell ist ausgesprochen praktisch, wenn wir uns der Verantwortung für unser Handeln entziehen wollen, weil es nicht unseren eigenen Werten und/oder den Normen unserer Gesellschaft entspricht. Wer eine "Körperverletzung im Affekt" begeht, hat eine wirksame Entschuldigung für seine Tat. Wer sich überraschend verliebt, kann natürlich nichts dafür: "Wo die Liebe hinfällt..." Dieses Denken ist kontraproduktiv, wenn wir uns selbst und andere dazu erziehen wollen, die volle Verantwortung für unser Leben uns Handeln zu übernehmen und unseren bestmöglichen Beitrag zu einer positiven Entwicklung unseres privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Einflussbereichs zu leisten.

  • Gedanken über Gefühle
  • Gerade weil dieses Denkmodell so verbreitet und allgemein akzeptiert ist, lassen sich Gefühle sehr gut als Alibi verwenden, um sich Handlungen zu "erlauben", die man sich "eigentlich" nicht erlauben dürfte. Wenn ein Chef zum Beispiel einen Mitarbeiter niederbrüllt und aufs Übelste abkanzelt, kann er sich hinterher wunderbar damit herausreden, er wisse ja selber, dass er ein sehr jähzorniger Mensch sei; das habe er wohl von seinem Großvater geerbt, aber leider sei er nun einmal so und könne nicht aus seiner Haut. Und die langjährigen Mitarbeiter fallen auf die Masche herein und assistieren: Ihr Chef sei eigentlich ein herzensguter Mensch, nur wenn er seinen Rappel kriege, kenne er sich selbst nicht mehr: "Und hinterher tut es ihm dann selbst leid!" Was für ein Zirkus, nur um sich der Verantwortung für sein Handeln nicht stellen zu müssen! Was für ein gigantischer Selbst- und Fremdbetrug! Wenn Jähzorn tatsächlich so unkontrollierbar wäre, dann wäre doch ganz erstaunlich, dass er sich immer gegen Schwächere richtet und nie gegen Stärkere, und seltsamerweise auch nicht gegen Menschen, mit denen man es sich "nicht verderben möchte".

  • "Jähzorn" als akzeptierte Ausrede
  • Tiefenpsychologisch betrachtet ist Jähzorn ganz einfach die zum Charakterzug geronnene Neigung, sich in extreme und dramatisierende Gedanken hineinzusteigern, sich mit diesen Gedanken in einen "(un)heiligen Zorn" zu versetzen und seine Wut dann auszutoben, um Macht auszuüben. Der Hinweis auf ähnliche Neigungen des Großvaters ist auch kein Beweis für einen ererbten Charakterzug, sondern eher ein Hinweis darauf, wo der Chef sich diesen Trick schon in jungen Jahren abgeschaut hat. Um dem auf die Spur zu kommen, würde es sich lohnen zu fragen: Was hat der Großvater den mit diesem Verhalten bewirkt? War er damit erfolgreich? Hat der Rest der Familie dann so gespurt wie er es wollte?

  • Übles tun, ohne verantwortlich zu sein
  • Wer nach solch einem Wutanfall selbst ein Problem mit dem hat, wie er sich in seinem Zorn aufgeführt und was er damit angerichtet hat, entwickelt dann zur Selbstbestrafung ein Gefühl tiefer Reue und Zerknirschung. Und zur Beruhigung eines schlechten Gewissens, das man sich und anderen nicht eingestehen möchte, bietet sich die Rationalisierung an, also die wort- und gestenreiche "Erklärung", weshalb das Ausrasten in diesem Falle nun wirklich gerechtfertigt, ja geradezu notwendig war. Ziemlich irritierend ist da eine Erkenntnis des Individualpsychologen Rudolf Dreikurs (1897 - 1972): "Ein schlechtes Gewissen ist Ausdruck von guten Absichten, die man nicht hat." Was jemand wirklich tun wollte, ist aus nüchterner individualpsychologischer Sicht das, was er getan hat. Der Rest sind "Nebengeräusche" und Ablenkungsmanöver, Ausreden und Alibis.

  • Schlechtes Gewissen und andere Alibis
  • Wer wirklich die Verantwortung für sein Leben und damit für sein Handeln übernehmen will, kann sich diesen ganzen Zirkus sparen. Er würde dann auch mit seiner Neigung zum Jähzorn völlig anders umgehen, sie nämlich als Lern- und Entwicklungsaufgabe begreifen. Da unbestreitbar ist, dass jähzorniges Handeln erheblichen Schaden anrichten kann, wäre seine Lernaufgabe, erstens zu verstehen, mit welchen Gedanken und Bewertungen er sich in seinen Zorn hineinsteigert, zweitens zu überprüfen, wie angemessen und zielführend diese Gedanken eigentlich sind und drittens darüber nachzudenken, wie er sie in maßvollere und "nützlichere" Bewertungen verwandeln kann. (Mehr dazu in dem Buch Training der Gefühle.)

  • Training der Gefühle
  • Wer den Mut dazu hat, sollte sich auch fragen, welchen Nutzen er von seinen Wutausbrüchen hat. Denn wenn dieses Verhalten keinen Nutzen für ihn hätte, dann hätte er es schon längst aufgegeben. Um hinter diesen Nutzen zu kommen, kann man auch in die Familiengeschichte zurückgehen – aber nicht, um herauszufinden, von wem er seinen Jähzorn "geerbt" hat (exzellente Ausrede!), sondern von wem er ihn abgeschaut hat. Denn es ist in der Tat so, dass Kinder Jähzorn schnell übernehmen, wenn sie bei einer Vorbildperson entdecken, dass der Betreffende damit erreicht, was erreichen möchte. Davon wieder Abstand zu nehmen, ist keine einfache Lernaufgabe, aber eine lösbare, und wenn nicht im Alleingang, dann in Begleitung eines qualifizierten Coachs oder Therapeuten.

  • Der Nutzen des Problems
  • Verantwortung für unsere Gefühle – eine Ungeheuerlichkeit?

     

    Aber nicht nur feindselige Emotionen eignen sich für Ausreden und Alibis, sondern alle: "Ich wollte ja etwas unternehmen, aber ich hatte solche Angst!" Natürlich würden es die Betreffenden mit Entrüstung zurückweisen, wenn man ihnen unterstellte, dass sie die Angst produziert und sich in sie hineingesteigert hätten, um nicht handeln zu müssen; als nachgerade absurd würden sie diesen Gedanken empfinden. Dennoch lässt sich zumindest eines nicht bestreiten: Es ist objektiv so, dass sie nicht gehandelt haben. Und vermutlich würden sie auch ein Zweites einräumen: Dass sie nämlich einerseits das Gefühl hatten, "eigentlich" etwas tun zu müssen, dass sie andererseits aber auch die Wahrnehmung hatten, dass dies – aus welchen Gründen auch immer – nicht ohne Risiko gewesen wäre. Wer beides einräumt, kann sich aber der Schlussfolgerung kaum entziehen, dass seine Angst es ihm objektiv erspart hat, dieses Risiko eingehen zu müssen. Ist es da so absurd, anzunehmen, dass die Angst ihm da nicht ganz ungelegen kam? Ist es da so ungeheuerlich, es für möglich zu halten, dass er seine Angst selbst produziert oder zumindest durch dramatisierende Gedanken kunstvoll gesteigert hat?

  • Soziale Angst
    als vorbewusste Strategie
  • Der Gedanke, dass wir bestimmte Gefühle selbst gezielt produzierten und verstärkten, um in einer Weise handeln zu dürfen, die wir selbst nicht gutheißen, ist für die meisten Menschen eine Ungeheuerlichkeit. Wer diese gedankliche Zumutung schroff zurückweist, kann sich der überwältigen Zustimmung seiner Mitmenschen sicher sein. Doch die Ungeheuerlichkeit liegt eigentlich nur darin, dass dieser Gedanke uns die Verantwortung für unser Handeln ausgerechnet an einer Stelle zurückgibt, an der wir sie auf keinen Fall haben wollten. Das ist unangenehm, vor allem, weil wir die Konsequenzen ahnen, die es hätte, wenn wir diesen Gedanken akzeptierten. Denn dann ist es vorbei mit dem Alibi, dass wir "eigentlich" anders handeln wollten, dass uns aber unsere Gefühle auf einen anderen Weg "gezwungen" hätten. Nein, wir wollten genauso handeln wie wir es getan haben, und haben den komplizierten Umweg über unsere Gefühle nur benutzt, um uns dies zu "erlauben", ohne ein allzu schlechtes Gewissen haben zu müssen. Dies festzustellen, ist kein Schuldvorwurf und erst recht keine Bloßstellung – es ist lediglich ein Angebot, unsere Gedanken über unsere Gefühle etwas zweckmäßiger zu ordnen.

  • Unerwünschte Rückgabe der Verantwortung
  • Ebenfalls ein Gefühl, das sich exzellent für Ausreden und Alibis eignet, ist die Liebe. Wenn sich Affen mit neuen Partnern einlassen, dann tun sie es, unbehelligt durch ein schlechtes Gewissen, einfach weil ihr Sexualtrieb sie dazu treibt, das Nötige zu tun, um den Marktanteil ihrer Gene an der nachfolgenden Generation zu erhöhen. Bei uns Menschen ist das wegen gesellschaftlicher Normen und persönlicher Werte etwas komplizierter. Selbst wenn wir nicht an die Unauflöslichkeit der Ehe glauben, haben wir doch persönliche und soziale Bindungen an den Partner, und wir besitzen ein Mitgefühl, das uns sagt, dass es ihm Schmerzen bereiten wird, wenn wir eine neue Beziehung eingehen. Vielleicht sind wir auch gar nicht gewillt, uns zu trennen, sondern wollen nur das andere genießen, ohne das eine aufzugeben. In dieser Situation eignet sich das Alibi des Sich-Verliebt-Habens herausragend, um sich der Verantwortung für das eigene Handeln und einer klaren Stellungnahme zu entziehen: "Es hat sich einfach so ergeben; ich kann nichts dafür!"

  • Beispiel Liebe und Verliebtheit
  • Nun ist es nicht verboten, sich und anderen etwas vorzumachen. Wer Wert darauf legt, der Verantwortung für das eigene Handeln bei Bedarf ausbüxen zu können, kann es weiterhin unbehelligt tun: Das erforderliche Denkmodell von der "Macht der Gefühle" stellt unsere Kultur ja kostenlos zu Verfügung. Wer jedoch den Gedanken etwas absonderlich, dass seine Gefühle von Zeit zu Zeit gegen seine Selbstkontrolle putschten und die Kontrolle über sein Handeln übernähmen, und zwar – rein zufällig! – ausgerechnet immer in Situationen, wo dieser Putsch "dem Rest von ihm" ganz zupass kommt, der könnte die Chance ergreifen, seine Gedanken über seine Gefühle einmal etwas besser zu sortieren. Er kann sich damit viel ebenso unnützen wie verwirrenden Ballast ersparen (wie zum Beispiel Spekulationen über widerstreitende innerpsychische Instanzen), und zu einer neuen, wenn auch nicht immer angenehmen gedanklichen Klarheit kommen. Denn die volle Verantwortung für sein Handeln kann nur übernehmen, wer auch die Verantwortung für seine Gefühle übernimmt und damit auch die Verantwortung für seine Gedanken, wie es William Kingdon Clifford vor 130 Jahren gefordert hat. Wer sich zur Verantwortung bekennt, sich aber das Hintertürchen "Außer es kommen mir meine Emotionen dazwischen" offen halten will, widerlegt damit seine Absichtserklärung.

  • Verantwortung für unsere Gefühle
  • Change Management heißt Führen von Gefühlen – sprich: Führen von Gedanken

     

    Der richtige Umgang mit Emotionen ist für das Change Management besonders wichtig, denn Veränderungsprozesse gehen meist mit intensiven Gefühlen einher: von Angst und Reaktanz über Ärger und Wut bis hin zu Engagement und Begeisterung. Letzten Endes sind diese Emotionen sogar der Grund, weshalb so etwas wie Change Management überhaupt erforderlich ist, denn wenn Menschen auf Veränderungen genauso neutral reagierten wie Sand, Beton und Baustahl, dann bräuchte man bei Veränderungsprozessen in Unternehmen genauso wenig ein Change Management wie bei Hoch- oder Tiefbaumaßnahmen. Doch im Gegensatz zu Baumaterial ist es Menschen nicht egal, was mit ihnen und aus ihnen gemacht wird: Sie machen sich dazu ihre Gedanken und entwickeln auf dieser Basis – zum Teil sehr heftige – Gefühle. Change Management besteht genau darin, diese Gefühle aufzunehmen, die dahinter stehenden Gedanken und Meinungen zu verstehen und sie durch geeignete Impulse zu verändern, um so eine veränderte, positivere Gefühlslage zu bewirken.

  • Aufnehmen und Verändern von Bewertungen und Gefühlen
  • Change Management ist damit letzten Endes nichts anderes als das "Führen von Gefühlen". Allerdings nicht in einem manipulativen Sinne, mit dem die Mitarbeiter mit List und Tücke dazu gebracht werden sollen, Dinge als positiv anzusehen, die sie bei klarem Blick und wachem Verstand kaum positiv bewerten würden. Vielmehr geht es darum, den gesamten Veränderungsprozess ohne Verwässerung der unternehmerischen Ziele so zu gestalten, dass sich möglichst viele Mitarbeiter sowohl mit dem eingeschlagenen Weg als auch mit den erreichten Ergebnissen den Umständen entsprechend wohl fühlen können – was, wie wir mittlerweile ja wissen, soviel heißt wie: sie insgesamt positiv bewerten. "Den Umständen entsprechend" heißt, dass "Sich-Wohlfühlen-Können" bei einer Sanierung natürlich etwas anderes bedeutet als bei einer Prozessoptimierung oder einem Programm zur Verbesserung der Kundenorientierung. Das "Führen von Gefühlen" entpuppt sich damit als das Führen von Gedanken.

  • Konstruktives Führen von Gefühlen
  • Führung setzt aber, wie Michael Löhner treffend gesagt hat, voraus, dass die Mitarbeiter bereit sind, sich führen zu lassen. Das gilt erst recht für das Führen von Gedanken und Gefühlen. Diese Bereitschaft, sich führen zu lassen, ist nicht dadurch zu gewinnen, dass man die Dinge schönredet, sondern nur dadurch, dass man zunächst einmal die unangenehmen Aspekte der Veränderung klar und ehrlich benennt, damit sich die Mitarbeiter mit ihnen auseinandersetzen und schließlich ihren Frieden damit machen können. Zum anderen dadurch, dass man eine Vorgehensweise wählt, über die die Betroffenen hinterher sagen können, dass sie unter den gegebenen Umständen nahezu optimal war, weil (1) sowohl die Ziele als auch der eingeschlagene Weg klar und nachvollziehbar waren, (2) weil sie ohne unnötige Schmerzen und Quälerei realisiert wurden, und (3) weil die Mitarbeiter weitreichende Möglichkeiten zur Mitgestaltung hatten. All dies ist keineswegs nur bei "Schönwetterthemen" zu erreichen, sondern auch bei den "hässlichen" Veränderungsvorhaben wie Restrukturierungen, Kostensenkungsprogrammen und sogar Personalabbau.

  • Bereitschaft, sich führen zu lassen
  • ... auch beim Führen nach oben

     

    Dabei bezieht sich das "Führen von Gefühlen" keineswegs nur auf die Mitarbeiter, die sozusagen die "Objekte" der Veränderungsbemühungen sind. Es bezieht sich gleichermaßen – und oftmals genauso intensiv – auf die Gedanken und Gefühle derer, die Auftraggeber der Veränderung sind, also des Top Managements. Das beginnt zuweilen mit der verständnislosen Frage: "Wozu braucht es denn so einen aufwändigen Prozess? Warum können die Leute nicht einfach tun, was man ihnen vorgibt?" (Gemäß dem schönen Satz von Dieter Hildebrandt: "Ich brauche Leute, die eigenständig denken und tun, was man ihnen sagt!") Und es setzt sich fort mit der im Laufe des Prozesses oft wachsenden Ungeduld: "Warum dauert das alles eigentlich so lange? Wir sollten aufhören, auch den Letzten mitnehmen zu wollen, und einfach mal ein paar von diesen Bremsern rausschmeißen!" Auch wenn solche Gedanken nicht völlig falsch sind, kann ihre aktionistische Umsetzung verheerende Folgen haben, von denen "Widerstand durch Zustimmung" noch die harmloseste ist.

  • Führen der Gedanken und Gefühle der Geschäftsleitung
  • Ich muss zugeben, dass ich diesen Aspekt des Managements der Gedanken und Gefühle des Auftraggebers lange unterschätzt habe. Das kann unangenehme Folgen haben – etwa, dass das Top Management mitten in einem eigentlich gut laufenden Veränderungsprozess die Geduld verliert und ihn durch unbedachte Ad-hoc-Aktionen an den Rand des Scheiterns oder darüber hinaus bringt. Oder dass sich Projektleiter und Change Manager in einer schwierigen Phase plötzlich in einem Zwei-Fronten-Krieg wiederfinden, bei der ihnen die Rückendeckung von oben genau zu dem Zeitpunkt wegbricht, wo sie sie am dringendsten gebraucht hätten. Das kann man zwar mit der "mangelnden sozialen Kompetenz vieler Manager" erklären – aber das löst nur die Schuldfrage, nicht das Problem. Klüger ist daher, durch einen engen Kontakt mit dem Auftraggeber des Projektes und durch regelmäßige Gespräche mit wichtigen "Stakeholdern" sein Möglichstes zu tun, um aufkommende Beunruhigung oder Ungeduld frühzeitig zu erkennen und auf die entstehenden Gedanken Einfluss zu nehmen, bevor sich daraus heftige Gefühle zusammenbrauen, die nur noch schwer wieder "einzufangen" sind. Je weiter ein Veränderungsprojekt fortschreitet, desto wichtiger wird das "Führen der Gefühle" auch auf Seiten des Top Managements!

  • Gedanken führen, bevor sich heftige Gefühle zusammenbrauen
  • Literatur:

    Adler, Alfred (1927): Menschenkenntnis (insbesondere Kapitel 5 "Affekte" im Teil "Charakterlehre"); Fischer (Frankfurt)

    Clifford, William Kingdon (1876): The Ethics of Belief, Teil 1; in: DeMarco, Tom; Lister, Timothy (2003): Bärentango; Hanser (München) S. 191 – 199

    Dinkmeyer, Don / Dreikurs, Rudolf (2004): Die Entwicklung der Persönlichkeit (Kapitel 1 von Ermutigung als Lernhilfe); Klett-Cotta (Stuttgart) 1970, 2004

    Dörner, Dietrich (1999): Bauplan für eine Seele; Rowohlt (Reinbek)

    Ekman, Paul (2004): Gefühle lesen – Wie Sie Emotionen erkennen und richtig interpretieren; Spektrum (Heidelberg)

    Ellis, Albert (1989): Training der Gefühle – Wie Sie sich hartnäckig weigern, unglücklich zu sein; Landsberg (mvg)

    Izard, Carroll E. (1999): Die Emotionen des Menschen – Eine Einführung in die Grundlagen der Emotionspsychologie; Beltz PVU (Weinheim) 1981

    Rost, Wolfgang (1990, 2001): Emotionen – Elixiere des Lebens; Springer (Berlin u.a.)

    Seligman, Martin (2001): Pessimisten küsst man nicht – Optimismus kann man lernen; Droemer Knaur (München)

    Seligman, Martin E. P. (2003): Authentic Happiness – Using the New Positive Psychology to Realize Your Potential for Lasting Fulfillment; Nicolas Brealey (London)

  • Literatur

  • Sie planen gerade ein Change-Projekt, bei dem es um derartige Themen geht? Oder haben eine verwandte Fragestellung, zu der Sie fachkundige Unterstützung oder eine kompetente Hintergrund-Beratung suchen? Dann sprechen Sie uns gerne an!

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